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Wuppertaler Forschungsgruppe jubelt beim Physik-Nobelpreis mit

Wissenschaft

Der belgisch-amerikanische Physiker Francis Halzen erhält den Nobelpreis für Physik 2026 für seine maßgeblichen Beiträge zur Erforschung von Neutrinos. An dem von Halzen entscheidend mitgeprägten Icecube-Experiment am Südpol ist auch die Bergische Universität Wuppertal (BUW) seit Ende der 1990er-Jahre beteiligt.

„Icecube“ (Deutsch: Eiswürfel) ist nicht nur der Name des Experiments, sondern dient auch der Beschreibung seines Aussehens. Mehr als 5000 extrem empfindliche Lichtsensoren sind in einem Volumen von einem Kubikmeter in das transparente Eis des Südpols eingebettet. Diese einzigartige Anordnung dient als Observatorium zur Detektion von Neutrinos, den am schwersten nachweisbaren Elementarteilchen. Um Neutrinos messen zu können, müssen sie mit Materie in Wechselwirkung treten, wodurch geladene Teilchen entstehen, die Licht im Eis produzieren.

Das Icecube-Neutrino-Observatorium sucht seit 2010 nach hochenergetischen Neutrinos aus dem Weltraum. Es hat bereits wichtige Erkenntnisse über die Natur dieser Teilchen sowie über die Quellen hochenergetischer Neutrinos im Universum geliefert. So erhielt man beispielsweise einen ersten Einblick in das Innere einer aktiven Galaxie. Heute wird unter anderem nach extrem seltenen Signalen und möglichen Relikten aus der Frühzeit des Universums gesucht.

Für Prof. Dr. Klaus Helbing, Leiter der Wuppertaler Icecube-Gruppe, ist die Auszeichnung von Francis Halzen auch persönlich ein besonderer Moment: Er kennt ihn seit rund 25 Jahren. Beide wurden im Zusammenhang mit ihrer Arbeit an dem Neutrino-Experiment von der Alexander von Humboldt-Stiftung gefördert. „Francis Halzen hat mit seiner wissenschaftlichen Vision maßgeblich dazu beigetragen, dass Icecube Realität geworden ist. Ich freue mich sehr für ihn – und darüber, dass mit dem Nobelpreis zugleich die Bedeutung dieser internationalen Zusammenarbeit gewürdigt wird“, sagt Helbing. Er arbeitete ab 2002 als Postdoktorand in Berkeley an dem Projekt und setzte die Forschung nach seiner Berufung an die BUW 2006 hier fort.

Auch an der Zukunft von Icecube ist Wuppertal beteiligt: Erst vor wenigen Monaten wurde am Südpol ein umfangreiches Upgrade des Detektors erfolgreich installiert. Die Wuppertaler Arbeitsgruppe war dabei unter anderem an der Entwicklung und am Bau von Haltestrukturen für neuartige optische Sensoren beteiligt. Die zusätzlichen Instrumente erhöhen die Empfindlichkeit des Detektors und eröffnen neue Möglichkeiten bei der Suche nach bislang unbekannten Teilchen. Der Blick der Forschung geht bereits darüber hinaus: Mit Icecube Gen 2 soll das instrumentierte Volumen des Detektors um etwa das Achtfache wachsen. Die BUW arbeitet auch an dieser nächsten Generation mit, um noch tiefer in die Entstehung und Entwicklung des Universums zu blicken.

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