DAX +1,76 % 25.624,97 Pkt 17:03:21 MDAX +2,11 % 30.506,60 Pkt 17:03:22 Euro Stoxx 50 +0,88 % 6.170,22 Pkt 17:03:15 Dow Jones +0,35 % 52.398,50 Pkt 17:18:21 S&P 500 +1,36 % 7.727,15 Pkt 17:18:21 Nasdaq +2,13 % 26.507,13 Pkt 17:18:18 Nikkei +1,73 % 63.268,37 Pkt 07:45:03 Gold +0,89 % 4.074,20 USD 17:08:11 Silber +0,72 % 54,50 USD 17:08:21 Brent -5,47 % 109,48 USD 17:08:13 WTI -1,71 % 100,02 USD 17:08:21 Bitcoin +0,58 % 80.472,75 USD 17:18:20 EUR/USD -0,69 % 1,11410 USD 17:17:46 EUR/GBP -0,18 % 0,83700 GBP 17:18:20 EUR/CHF -0,10 % 0,92320 CHF 17:18:20 EUR/JPY -0,04 % 175,846 JPY 17:18:21

Wurde der Zyklus gebrochen? Ein Jahr nach dem Bitcoin

Technologie

Heute vor einem Jahr, am 6. Oktober 2025, hat Bitcoin das bisherige Allzeithoch erreicht. Laut Daten der Krypto-Börse Coinbase kostete ein BTC in der Spitze rund 126.300 US-Dollar.

Dieser Höchststand korrespondierte überraschend genau mit der bekannten Zyklustheorie. Denn der Bullenmarkt war damit – so wie die zwei davor – vom Tief bis zum Hoch gemessen 35 Monate lang, während die Bärenmärkte dazwischen jeweils ein Jahr dauerten.

Bullenmarkt Januar 2015 bis Dezember 2017 (~35 Monate)

Bärenmarkt Dezember 2017 bis Dezember 2018 (~12 Monate)

Bullenmarkt Dezember 2018 bis November 2021 (~35 Monate)

Bärenmarkt November 2021 bis November 2022 (~12 Monate)

Bullenmarkt November 2022 bis Oktober 2025 (~35 Monate)

Diese Vorhersage entpuppte sich überraschenderweise als korrekt, wobei sich die Frage aufdrängt, ob es lediglich Zufall war, der Effekt der selbsterfüllenden Prophezeiung wirkte, oder wir wirklich in einer Simulation leben.

Fakt ist jedoch, dass die Zahlen aus dem Post nicht auf den Tag genau korrekt sind, wie unter anderem auch André Dragosch vom Vermögensverwalter Bitwise erklärte. Die Abweichung ist letztlich aber nur minimal.

Laut der Logik des 4chan-Nutzers müsste der darauffolgende Bärenmarkt wieder 364 Tage lang sein und entsprechend am 5. Oktober 2026 enden. Da der Bitcoin-Kurs am gestrigen Montag aber kein neues Tief erreicht, ist diese vermeintliche Simulation zumindest schon einmal gebrochen.

Dieses Mal scheint es zudem auch nicht nur eine Abweichung von wenigen Tagen, sondern sogar Monaten zu geben. BTC erreichte in der Nacht auf den 1. Juli 2026 nämlich das bisherige Bärenmarkttief in Höhe von 57.717 US-Dollar, laut Daten von Coinbase.

Und dass Bitcoin in den nächsten Tagen auf ein neues Tief fällt, dürfte höchst unwahrscheinlich sein. Aktuell kostet ein BTC nämlich über 85.000 US-Dollar, womit ein Kursrutsch von mehr als 30 % nötig wäre, um ein neues Jahrestief zu erreichen.

Laut der Wettplattform Kalshi beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoin in diesem Jahr noch unter 55.000 US-Dollar fällt, lediglich 10 % – Tendenz fallend.

Dass sich diese Marktphase für Bitcoin-Halter trotzdem sehr hart angefühlt haben dürfte, könnte daran liegen, dass es vorher keinen wirklich euphorischen Anstieg gab beziehungsweise sich BTC vom Hoch des Jahres 2021 aus gemessen noch nicht einmal verdoppelte.

Hinzu kam, dass das Umfeld eigentlich für einen weiter steigenden Kurs gesprochen hätte und BTC schließlich ohne klar erkennbaren Grund deutlich gefallen ist, während bei Gold und an den Aktienmärkten immer weitere Höchststände ausgebaut wurden.

Obwohl die Zyklustheorie sowie die Höhe des Rückgangs im Sommer vermuten ließen, dass das Schlimmste noch nicht überstanden war, signalisierten damals auch mehrere Indikatoren, dass das Tief schon im Kasten sein könnte.

So zum Beispiel die Tatsache, dass – wie so oft an Böden – mehr Coins im Verlust als im Gewinn waren, der vielbeachtete 200-Wochen-Durchschnitt unterschritten wurde und BTC auf der unteren Linie des Power-Law-Trendkanals aufsetzte.

Inzwischen konnte sich BTC von diesem Tief um circa 50 % erholen und dabei den Abwärtstrend im Chart brechen. Das Zwischenhoch aus dem Mai wurde nämlich überstiegen, womit laut Fidelity-Stratege Jurrien Timmer ein Doppelboden bestätigt wurde.

Außerdem handelt BTC inzwischen ein gutes Stück über der relevanten 50-Wochen-Linie, die als zentraler Bullenmarktindikator gilt. Noch nie gab es bei BTC nämlich einen nachhaltigen Ausbruch über diesen gleitenden Durchschnitt und anschließend ein neues Bärenmarkttief.

Grundsätzlich ist es aber nur logisch, dass Bitcoin nicht auf ewig 35 Monate steigt und anschließend ein Jahr lang fällt. Zum einen ist dieses Muster inzwischen im Fokus nahezu jedes Marktbeobachters, wodurch es zunehmend vorweggenommen werden dürfte.

Zum anderen nimmt die Relevanz des alle vier Jahre stattfindenden Halvings, um das herum sich die Zyklen aufbauen, immer weiter ab. Nach der nächsten Halbierung, die sich voraussichtlich im April 2028 ereignen wird, kommen pro Block nur noch 1,5625 BTC hinzu.

Ob es dann pro Tag circa 225 BTC oder 450 BTC wie aktuell sind, dürfte bei einer sich im Umlauf befindlichen Menge von über 20 Millionen Coins eigentlich keine große Rolle mehr spielen – auch wenn die neu hinzukommende Menge natürlich in Relation zum tatsächlich handelbaren Bestand gesetzt werden müsste, der ebenfalls rückläufig ist.

Letztlich ist für den Preis eines Vermögenswerts ausschließlich die Angebots- und Nachfragedynamik relevant, die von unzähligen Faktoren getrieben wird. Preise aus Mustern der Vergangenheit abzuleiten, funktioniert dabei solange, bis es eben nicht mehr funktioniert.

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