„Würden nie wieder nach Hause kommen“: Astronaut von Mond-Mission verrät Angst-Moment in 406.000 Kilometer Entfernung
Der amerikanische Nasa-Astronaut Reid Wiseman hat von einem beängstigenden Moment während der Artemis-II-Mondmission im April 2026 berichtet. Die Anzeige zur Entfernung von der Erde stieg zunächst über den geplanten Höchstwert hinaus. Der Kommandant zweifelte sogar kurzzeitig daran, ob die Besatzung sicher zurückkehren würde. Das verriet Wiseman laut der britischen Zeitung „The Telegraph“ am 17. Oktober beim Starmus-Festival auf Teneriffa.
Nasa-Astronaut spricht über drei „quälende“ Minuten
Die Missionskontrolle hatte eine maximale Entfernung von 219.667 Seemeilen angekündigt. Wiseman erwartete, dass die angezeigte Zahl anschließend sinken würde. Stattdessen stieg sie weiter auf 219.668 und schließlich 219.669 Seemeilen. Das entspricht etwa 406.826 Kilometern.
„[...] Und in diesem Moment überkam mich die echte Angst, weil ich dachte, wir wären zu weit gegangen. Wir würden nie wieder nach Hause kommen und deshalb hatte ich große Angst“, erinnerte sich Wiseman laut „Telegraph“. Nach etwa drei „quälenden“ Minuten sank die Anzeige wieder. Die Besatzung reagierte mit Jubel.
Erster bemannter Mondflug seit 1972
Artemis II startete am 1. April vom Kennedy Space Center in Florida. Die Mission führte vier Astronauten um den Mond und zurück zur Erde. Neben Wiseman gehörten Victor Glover, Christina Koch und der Kanadier Jeremy Hansen zur Crew. Es war der erste bemannte Flug zum Mond seit Apollo 17 im Jahr 1972.
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Die Artemis-II-Mission nutzte laut Nasa eine Flugbahn, die eine Rückkehr zur Erde mithilfe der Schwerkraft von Mond und Erde ermöglicht. Die Orion-Kapsel flog zunächst am Mond vorbei und entfernte sich dabei weiter von der Erde, bevor sie auf einer gekrümmten Bahn zurückkehrte. Dieses Flugprinzip heißt „Free-Return-Trajektorie“ und benötigt für die Rückkehr keinen großen zusätzlichen Antriebsschub.
So könnte die Nasa im Notfall eingreifen
Würde ein Raumschiff vom Kurs abkommen, kann die Nasa nach eigenen Informationen seine Flugbahn mithilfe von Navigationsdaten überprüfen und Korrekturmanöver berechnen. Orion nutzt dafür unter anderem Sensoren und Sternenkameras, die seine Position und Ausrichtung bestimmen.
Kleine Triebwerke können die Geschwindigkeit und Flugrichtung anpassen, damit das Raumschiff wieder auf den geplanten Kurs gelangt. Bei Artemis II war die Rückkehr zusätzlich durch eine Flugbahn abgesichert, bei der die Schwerkraft von Mond und Erde den Rückflug ermöglicht.