Württemberg: Özdemir zieht raus aus der Stadt in Dienstvilla – aus Sicherheitsgründen
Der baden-württembergische Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) zieht bald raus aus der Stuttgarter Innenstadt und rauf in die Dienstvilla auf der Stuttgarter Solitude – nach seinen Worten vor allem aus Sicherheitsgründen. Seine Mietwohnung, in der er jetzt mit seiner Frau und seinem Sohn wohne, müsste sicherheitstechnisch aufgerüstet werden, sagte der Grünen-Politiker in Stuttgart. Fenster, Türen – der Aufwand sei groß, so der Regierungschef. Irgendwann würde er da wieder ausziehen. Es mache mehr Sinn, wenn man das Geld in ein Gebäude investiere, das dem Land gehöre.
Seit seiner Rückkehr aus Berlin lebt Özdemir in einer Wohnung in der Stuttgarter Innenstadt. Die Bewachung des Regierungschefs dürfte für die Beamten des Landeskriminalamts in der Ministerpräsidentenvilla deutlich einfacher zu organisieren sein als in der dicht besiedelten Innenstadt. Wie viele Zimmer er dort privat nutzen wird und wie viel Miete er in der Villa zahlt, konnte Özdemir nicht sagen. Das werde nach Quadratmetern abgerechnet.
Die Dienstvilla liegt auf dem Gelände des Schlosses Solitude acht Kilometer westlich des Stuttgarter Zentrums. Dem vom Herzog von Württemberg, Karl Eugen, zwischen 1763 und 1767 erbauten Schloss war ein Wirtschaftsgebäude angegliedert. An dessen Stelle wurde in den Jahren 1968/69 während der Regierungszeit von Ministerpräsident Hans Filbinger (CDU) eine zweigeschossige Villa errichtet, die ganz auf die Wohnbedürfnisse seiner Familie mit fünf Kindern zugeschnitten war.
Von 1985 an nutzte der damalige Ministerpräsident Lothar Späth (CDU) die Villa, wie das Finanzministerium mitteilte. Zwischen 1997 und 2004 war das Gebäude mehrfach privat vermietet, von 2006 wohnte dort der damalige Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU).