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Wut-Abrechnung via Instagram: FIFA-Boss Gianni Infantino schreibt schräge Lobeshymne an Argentinien

Allgemein

Kritik an der Fußball-Weltmeisterschaft ist nicht erwünscht. Zumindest nicht bei FIFA-Boss Gianni Infantino. Der Schweizer rechnet via Instagram wütend mit jenen ab, die das gerade beendete Turnier in den USA, Mexiko und Kanada madig machen wollen. Er warf Medien und anderen Beobachtern vor, "Hass" und falsche Informationen zu verbreiten. Die Weltmeisterschaft habe "die Menschheit von ihrer besten Seite" gezeigt und Milliarden auf der ganzen Welt begeistert. Wer das nicht erkannt habe, befand Infantino, sei "von Hass und Kritik so vereinnahmt" gewesen, dass ihm die Freude am Spiel Fußball offenbar entgangen sei. In seiner 15-teiligen Botschaft teilte Infantino weiter aus. "An diejenigen, die hinter ihren Schreibutensilien und Bildschirmen sitzen und Hass sowie falsche Gerüchte verbreiten, möchte ich sagen: Während ihr dort sitzt, stehen wir an vorderster Front – wir organisieren, arbeiten hart und liefern die beste Show der Welt." Er sprach wenig überraschend von der "herausragendsten Weltmeisterschaft" und warb für den Fußball als Symbol für Einheit und Zusammenhalt. "Unsere Welt braucht Liebe, keinen Hass. Toleranz, keine Spaltung", schrieb Infantino. "Während ihr euch versteckt, erkunden wir die Straßen Kanadas, Mexikos und der Vereinigten Staaten, sprechen mit Fans, gehen auf die Menschen zu und sorgen für die Sicherheit aller. Während ihr spaltet, vereinen wir. Die Menschen kamen als Familien, als Fans, als Einheit zusammen." Das "Beste der Menschheit" gezeigt Der 56-Jährige hob die aus seiner Sicht friedliche Atmosphäre während des Turniers hervor. Nach Angaben des Weltverbandes besuchten rund sieben Millionen Menschen aus mehr als 200 Ländern die Spiele in 16 Städten. Es habe "keine Zwischenfälle, keine Feindseligkeiten, keine Gewalt" gegeben, erklärte der Verbandschef. Milliarden Menschen hätten die WM zudem weltweit verfolgt. Zum Abschluss zeigte sich Infantino "unglaublich stolz" auf die WM. Sie habe das "Beste der Menschheit" gezeigt und Hoffnung sowie Zusammenhalt vermittelt. Kritik hatte die FIFA vor allem dafür erhalten, dass sie Donald Trump hörig wurde. Der US-Präsident wollte die Rote Karte gegen den amerikanischen Stürmer Folarin Balogun nicht akzeptieren und intervenierte bei der FIFA. Infantino wehrte sich dagegen, Trump habe tatsächlich Einfluss auf die Entscheidung genommen, die Rote Karte tatsächlich auf Bewährung auszusetzen. Kurz vor dem Finale sprach Trump aber erneut davon, dass Infantino eine sehr gute Entscheidung getroffen habe. Als der US-Präsident ihm die Aufhebung der Sperre persönlich zurechnete, murmelte Infantino dagegen etwas und lächelte nur verlegen. "Liebe zu diesem wunderbaren Sport" Auch auf Kritik an umstrittenen Schiedsrichter- und Disziplinarentscheidungen ging Infantino ein. Fehler bei Gelben und Roten Karten oder spätere Korrekturen von Sperren gebe es auch in den größten Fußball-Ligen der Welt und würden dort akzeptiert. Es sei daher "merkwürdig", wenn gerade Vertreter solcher Länder die FIFA kritisierten. Der "Fall Balogun" war nur die Spitze der Kritik an der FIFA. Zuvor hatten bereits die hohen Ticketpreise für große Empörung gesorgt, ebenso wie die Visa-Beschränkungen für Fans und Offizielle einzelner Länder. Oder aber das Einreiseverbot für WM-Schiedsrichter Omar Artan, der angeblich Kontakte zu Mitgliedern einer "terroristischen" Vereinigung gehabt haben soll. Offizielle Beweise dafür wurden nicht vorgelegt. Zudem wurde bekannt, dass Infantino der argentinischen Nationalmannschaft einen Brief geschrieben hat. Das Schreiben ging an den Präsidenten des Verbands, an Claudio Tapia. Infantino gratulierte der "Albiceleste" zum Gewinn der Silbermedaille und sprach davon, dass die Leistungen des Teams "entscheidend" dazu beigetragen hätten, dass die WM ein "außergewöhnliches Ereignis" wurde. In dem Schreiben lobte Infantino, dass die "Erfolge das Ergebnis ständiger Arbeit, Professionalität und Liebe zum Detail" seien. "Aber auch von Leidenschaft, Engagement und der Liebe zu diesem wunderbaren Sport. All dies verheißt eine vielversprechende Zukunft und wird zweifellos den Weg für neue und große Erfolge des argentinischen Fußballs ebnen." Die Leistung der Argentinier vor allem im Finale gegen Spanien (0:1) hatte indes viel Wut auf sich gezogen. Die Mannschaft fiel weniger durch guten Fußball als durch mehr Fouls und Unsportlichkeiten auf. Zudem gab es im Turnier zahlreiche Theorien über eine vermeintlich zu große Nähe des FIFA-Bosses und der Albiceleste. Mehrere Schiedsrichter-Entscheidungen untermauerten die Kritik daran.

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