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Wut beim FC Bayern auf Schiedsrichter Georgi Kabakov

Sport

Nach dem dramatischen Remis beim norwegischen Meister Viking Stavanger (3:3) herrschte beim FC Bayern auch Frust wegen der Leistung von Schiedsrichter Georgi Kabakov. Trainer Vincent Kompany beschlich nach eigenen Angaben wegen des bulgarischen Unparteiischen bereits vor dem Anpfiff ein ungutes Gefühl. "Ich hatte vor dem Spiel sofort das Gefühl, der Schiedsrichter will etwas Besonderes machen heute", sagte er bei Prime Video. "Das war unglaublich deutlich, dass er irgendwann eine größere Rolle spielen wird."

So kam es dann auch. Besonders Stavangers Kapitän Zlatko Tripic fiel immer wieder als Provokateur auf, wurde vom Schiri aber nicht zurückgepfiffen. Tripic war es dann auch, der Bayern-Star Michael Olise zum Ausrasten brachte. Der Franzose warf dem Viking-Angreifer nach einem Zweikampf den Ball an den Kopf und flog in der 74. Minute zum ersten Mal in seiner Karriere vom Platz. Zu dem Zeitpunkt stand es 2:3, am Ende kassierte Bayern in Unterzahl noch den Ausgleich.

"Er hat sich provozieren lassen", erklärte Schiedsrichter-Experte Patrick Ittrich bei Prime Video: "Das ist im Ansatz immer sichtbar, wenn ein Spieler ein taktisches Foul begeht und der Schiedsrichter das nicht ahndet. Er muss die Spieler schützen. Das ist eine klare Tätlichkeit."

Auch Kompany schimpfte wegen mangelnder Unausgewogenheit: "Diese eine Phase ist Michael, Michael, nur Michael." Sauer war auch Rechtsverteidiger Konrad Laimer. "Der Schiri hat sowieso gepfiffen, was er wollte", ätzte er. "Aber das ist eine andere Geschichte."

Aufgebracht war der Österreicher unter anderem weil Kabakov in der 81. Minute das Spiel nicht unterbrach, obwohl er von Tripic im Nacken getroffen worden war und auf dem Rasen liegen blieb: "Ich lag am Boden mit einer Kopfverletzung und ich dachte immer, bei Kopfverletzungen muss unterbrochen werden." Mit ironischem Unterton fügte er an: "Aber das war auch egal in dem Moment."

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Schließlich habe er vom Platz gemusst, obwohl er keine medizinische Hilfe in Anspruch genommen hatte. Für Kabakovs Geschmack hatte der FCB-Spieler aber zu lange gelegen. Bayern spielte daher kurzzeitig zu neunt. Dies sei aber in Ordnung gewesen, diese Regel habe er nicht gekannt, gab Laimer zu. "Ich war jetzt nicht der größte Freund vom Schiri und will auch nicht mehr über ihn reden", schloss er.

Bayern-Schiedsrichter Kabakov war in Bulgarien gesperrt

Kabakovs mindestens umstrittene Spielführung dürfte Wasser auf die Mühlen der Kritiker gewesen sein, die seine Ansetzung vorher skeptisch gesehen hatten. Schließlich war Kabakov vor rund einem Jahr vom bulgarischen Verband wegen "unzureichender Leistung auf unbestimmte Zeit" gesperrt worden.

Dies war auch ganz kurz Thema im Vorlauf bei Prime Video, als Ex-Bundesliga-Schiri Ittrich aber dafür geworben hatte, "nicht schon im Vorfeld" über den Schiedsrichter zu urteilen, sondern abzuwarten, "wie er das Spiel leitet". Im Fall der FCB-Protagonisten war die Einschätzung hinterher deutlich.

Die UEFA ignorierte die zwischenzeitliche nationale Suspendierung übrigens gänzlich und setzte Kabakov beispielsweise am 23. Oktober bei einem Europa-League-Duell zwischen Maccabi Tel Aviv und dem FC Midtjylland ein. Im Saisonverlauf folgten etliche weitere Einsätze in der Europa League, Conference League und in der bulgarischen Meisterschaft.

Kabakov ist seit 2023 FIFA-Schiedsrichter. In der Champions League ist er seit 2018 im Einsatz, eine Partie des FC Bayern hat er bis dato noch nicht gepfiffen. 2021 leitete er drei Spiele des Olympischen Fußballturniers in Tokio, darunter das Halbfinale zwischen Mexiko und Brasilien.

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