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Xbox Disc-to-Digital: Ex-Sony-Manager lobt „tollen Schachzug“ - 13 Jahre nach dem legendären PlayStation-Seitenhieb

Technologie

Shuhei Yoshida hat sich lobend über das neue Disc-to-Digital-Programm von Xbox geäußert. Der frühere PlayStation-Manager reagierte damit auf eine Ankündigung von Microsoft. So hatte die Xbox-Sparte Anfang der Woche bekannt gegeben, dass sich physische Discs von Xbox One und Xbox Series X/S künftig in digitale Lizenzen umwandeln lassen.

Der Vorgang ist simpel: Spieler legen die Disc eines unterstützten Titels ein und können beim Start auf ihrem Account eine digitale Version freischalten. Die Disc selbst bleibt funktionsfähig und lässt sich weiterhin nutzen, verleihen oder verkaufen, was jedoch eine Übertragung der Lizenz auf den Account des neuen Inhabers nach sich zieht.

Yoshidas Reaktion auf das Disc-to-Digital-Programm

Es ist ein Feature, das offenbar auch bei Yoshida Anklang fand. Er teilte den X-Beitrag von Xbox-Chefin Asha Sharma und schrieb dazu: „Ein toller Schachzug vom Xbox-Team“ (bzw. „A great move by team Xbox“).

Eine gewisse Ironie liegt dabei freilich in der Luft. Denn Yoshida spielte 2013 eine der Hauptrollen in einem der bekanntesten Seitenhiebe von PlayStation gegen Xbox. Im damaligen „Official PlayStation Used Game Instructional Video“ reichte Yoshida einfach ein Spiel an seinen Kollegen Adam Boyes weiter. Der Clip war eine Spitze gegen die zunächst geplante Gebrauchtspiel-Politik der Xbox One.

Innerhalb der Community blieben Yoshidas Worte, so knapp sie auch waren, nicht unkommentiert. Zunächst gab es Lob: „Du hast immer mit viel Stil Nintendo, Microsoft und sogar Steam für ihre guten Leistungen gelobt, selbst als du noch direkt für PlayStation gearbeitet hast. Ehrlich gesagt ist PlayStation ohne dich nicht mehr dasselbe“, schrieb jemand, was Yoshida mit einem „Danke“ quittierte.

Nicht alle Stimmen fielen positiv aus. „Ja, toller Schachzug… Hast du nicht gesagt, dass dir physische Medien völlig egal sind und wir uns als Kunden nicht beschweren sollten?“, so ein anderer Follower, der sich offenbar auf die nachfolgend verlinkte Aussage bezog:

Er forderte Yoshida auf, seine früheren Kollegen bei Sony zu einem Kurswechsel zu bewegen, bevor es zu spät sei. Gemeint ist damit die Entscheidung, die Produktion von Discs für neue PlayStation-Spiele 2028 einzustellen.

Kurz davor hatte auch „GTA 6“ bestätigt, dass die „physischen“ Fassungen lediglich Codes in Boxen enthalten. Damit erwerben Käufer eine Lizenz, die theoretisch entzogen werden kann. Es ist ein Punkt, an den Sony die Spieler zuletzt in einer E-Mail erinnerte.

Warum Microsoft einen anderen Weg geht

Während Sony Interactive Entertainment das Ende der Disc eingeläutet hat, scheint Microsoft einer ähnlichen Ankündigung aus dem Weg zu gehen. Die neue Xbox-Chefin Asha Sharma zeigte sich zu diesem Thema in dieser Woche eher wortkarg:

Das Disc-to-Digital-Modell könnte die Disc-lose Xbox-Zukunft aber längst vorbereiten. Jason Ronald, Vice President of Next Generation bei Xbox, erklärte: „Spieler haben jahrzehntelang ihre Xbox-Bibliotheken aufgebaut. Einige Spiele wurden auf Disc gekauft. Einige wurden digital erworben. Viele erstrecken sich über mehrere Hardware-Generationen hinweg. Unser Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass diese Bibliotheken problemlos mit den Spielern in die Zukunft wandeln können.“

Ronald verwies zudem auf das Thema Spielekonservierung: „Dies ist Teil unseres umfassenderen Engagements für die Erhaltung von Videospielen. Da sich Technologie, Geräte und Vertriebswege ständig weiterentwickeln, ist es wichtiger denn je, den Zugang zu den Spielen zu bewahren, die den Menschen gehören.“

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