Xbox Game Pass: Selbst Studio-Führungskräfte von Microsoft sollen das Abo verabscheuen - Bericht
Der Xbox Game Pass startete einst als günstiger Zugang zu einer großen Spielebibliothek. Für einen festen monatlichen Betrag gab es Zugriff auf Klassiker, Indie-Titel, Blockbuster und Neuerscheinungen. Dieses Versprechen verschob sich über die Jahre. Microsoft erhöhte die Preise und nahm Änderungen am Umfang vor. Deutliche Risse zeigten sich nach der Übernahme von Activision Blizzard im Jahr 2023. Microsoft zahlte dafür fast 70 Milliarden US-Dollar, auch um mehr Abonnenten für den Dienst zu gewinnen. Der Plan ging offenbar nicht auf: Der Start neuer „Call of Duty“-Teile direkt im Abo kostete Berichten zufolge rund 300 Millionen US-Dollar an entgangenen Verkäufen. In der Folge stieg der Preis, Day-One-Titel wanderten in die Ultimate-Stufe. Daraufhin setzte ein Verlust von Abonnenten ein. Später dann die Kehrtwende: Microsoft reduzierte den Preis wieder, möchte neue „Call of Duty“-Titel aber nicht mehr zum Launch in das Abo packen. Was Jason Schreier über die Xbox-Führung berichtet Es ist ein ziemlicher Zickzackkurs und Kritik kommt nicht nur aus den Reihen der Konsumenten. Im Podcast „Triple Click“ schildert Schreier, wie die Stimmung innerhalb von Xbox aussehen soll: „Es gibt viele führende Leute bei den Xbox-Studios, die den Game Pass absolut verabscheuen und der Meinung sind, dass er den Wert ihrer Spiele zerstört hat.“ Weiter erklärte der meist gut informierte Journalist, dass viele in der Führungsebene den Dienst als Belastung für die gesamte Branche ansehen würden: „Sie finden, dass er den Wert von Spielen als Service ganz allgemein geschmälert und dem Spielemarkt insgesamt geschadet hat, weil er Spiele entwertet.“ Schreier rechnet allerdings nicht damit, dass Microsoft den Game Pass einstellt. Wahrscheinlicher sei ein Kurswechsel weg von teuren Day-One-Veröffentlichungen. Damit könnten sich die Redmonder an Sony Interactive Entertainment orientieren, wo mit PlayStation Plus ein ähnliches Abo funktioniert, ohne dass die großen First-Party-Spiele direkt zum Start in das Angebot müssen. Titel mit riesigen Budgets sofort in den Dienst zu geben, ergebe laut Schreier jedenfalls keinen Sinn mehr. Kritik aus der Branche gibt es seit Jahren Der Widerstand gegen das Modell ist nicht neu. Und auch Schreiers jüngste Aussagen stießen auf offene Ohren. Auch Ryan T. Brown von Lost In Cult kommentierte den Bericht wie folgt: „Ich will ehrlich sein: Die meisten Leute aus der Branche denken so. Die Publisher flüstern sich das schon seit Jahren hinter vorgehaltener Hand zu.“ Er selbst habe den Game Pass und die „langfristigen negativen Auswirkungen“ schon immer kritisch gesehen. Zwar sei es für die Verbraucher ein tolles Angebot, das kaum zu ignorieren war. „Aber insgesamt ist es schädlich.“ Der frühere PlayStation-Chef Shawn Layden sieht es ähnlich. Xbox versuche, den Dienst mit aller Kraft gesundzureden – trotz „ungünstiger Befunde und einer düsteren Prognose“. Stattdessen brauche der Dienst eine „aufschlussreiche Obduktion“.