Xbox Helix: "Absurd teuer" - Warum Microsofts ursprüngliches Konzept auf der Kippe steht
In den vergangenen Wochen äußerten sich Analysten mehrfach zur kommenden Konsolengeneration und wiesen darauf hin, dass sich Spieler bei der PS6 und der neuen Xbox, die unter dem Arbeitstitel Xbox Helix entsteht, schon einmal auf kostspielige Geräte einstellen sollten. Aufgrund der anhaltenden Engpässe bei Speicherkomponenten und der daraus resultierenden Preisspirale könnten die neuen Konsolen laut Meinung der Experten bis zu 1.000 Euro oder sogar noch mehr kosten. Ein großes Fragezeichen steht dabei hinter der Xbox der nächsten Generation beziehungsweise ihrem Konzept. Denn während es sich bei der PS6 erneut um eine klassische Heimkonsole handeln wird, berichteten mehrere Insider, dass Microsoft bei der nächsten Xbox andere Wege gehen und auf einen leistungsstarken offenen Gaming-PC in einem Konsolengehäuse setzen könnte, der unter anderem den Zugriff auf externe Stores beziehungsweise Angebote wie Steam oder den Epic Games Store ermöglicht. Ein mögliches Konzept, das laut dem Journalisten und in Xbox-Fragen meist gut informierten Insider Jez Corden angesichts der nicht abebbenden RAM-Krise keinen Sinn mehr ergeben dürfte. Stattdessen könnten die anhaltend hohen Preise für Speicherkomponenten Microsoft hier einen Strich durch die Rechnung machen. Die offene Xbox könnte zum Kostenproblem werden Als Beispiel nannte Corden die kürzlich veröffentlichte Steam Machine. Ein kompakter Gaming-PC mit einer überschaubaren Leistung, dessen Preise selbst beim kleinen 512-GB-Modell ohne einen beigelegten Steam Controller bei 1.039 Euro beginnen und sich je nach Bundle auf knapp 1.400 Euro belaufen. Da es Microsoft bei der neuen Xbox laut eigenen Angaben um ein leistungsstarkes System geht, bliebe dem Unternehmen beim Konzept eines offenen PCs nichts anderes übrig, als entsprechende Preise aufzurufen, um die Hardware beim Verkauf nicht übermäßig subventionieren zu müssen. „Durch die RAM-Krise werden diese ohnehin extrem dünnen Margen noch schwieriger. Mir wurde mitgeteilt, dass Xbox aufgrund der gestiegenen Speicherpreise derzeit ungefähr 150 US-Dollar pro verkaufter Xbox Series X/S verliert und dass Microsoft selbst nach der geplanten Preiserhöhung im August 2026 weiterhin Verluste pro Gerät machen wird“, erklärte Corden. „Stellt euch nun vor, dass 50 Prozent oder mehr der Besitzer einer Xbox Series X/S die Xbox-Plattform umgehen und ihre Spiele direkt über Steam kaufen würden. Die Margen wären dadurch noch schlechter, da die Subventionierung durch Softwareverkäufe wegfallen würde. Xbox hätte damit überhaupt kein tragfähiges Geschäftsmodell mehr“, ergänzte der Journalist. Und weiter: „Wenn Xbox Helix einfach zu einer Art Steambox für neue Nutzer würde, müsste die Profitabilität aus dem ursprünglichen Hardwarepreis kommen. Andernfalls würde Microsoft möglicherweise Millionen mit seinem Hardware-Ökosystem verlieren.“ Welchen Ansatz verfolgt Microsoft? Daher steht Microsoft bei der Xbox der nächsten Generation vor einem großen Zielkonflikt: Die Konsole soll offen genug sein, um PC-Spiele und möglicherweise andere Stores wie Steam zu unterstützen, aber gleichzeitig bezahlbar bleiben wie eine klassische Konsole. Eine mögliche Lösung wäre ein Premium-Modell oder ein Abo, das den Zugriff auf externe Plattformen erst freischaltet. Dieses Konzept dürfte jedoch ausscheiden, da es den Spielern wohl nur schwer zu vermitteln wäre. Eine andere Variante wäre ein halb-offenes System mit ausgewählten Partnern und Umsatzbeteiligungen, wodurch Microsoft mehr Kontrolle und Einnahmen behalten könnte. Die letzte Möglichkeit wäre laut Corden eine vollständig offene PC-ähnliche Xbox, die aber wegen fehlender Software-Subventionen vermutlich weit über 1.000 US-Dollar beziehungsweise Euro kosten müsste und damit den traditionellen Konsolenmarkt verfehlen würde. Natürlich immer vorausgesetzt, dass Microsoft an der ursprünglich geplanten leistungsstarken PC-Hardware festhält. Dass die RAM-Krise Microsoft definitiv Kopfzerbrechen bereitet, räumte Xbox-CEO Asha Sharma im Juni ein. Zwar betonte die Xbox-Chefin erneut, dass die nächste Xbox den Spielern die Möglichkeit einräumt, PC-Spiele zu spielen, hinsichtlich der Geschäftsmodelle und Speicherlösungen möchte Microsoft aber umdenken. „Ich glaube, wir sind an einem Punkt angelangt, an dem es kaum noch vorstellbar ist, dass sich die breite Masse Tausende von Dollar für eine neue Konsolengeneration leisten kann. Daher gehe ich davon aus, dass wir im Laufe dieses Jahres radikal andere Geschäftsmodelle aufkommen sehen werden, mit denen wir nie gerechnet hätten“, so Sharma. Was das Ganze für das Konzept und die Hardware von Xbox Helix bedeutet, ließ die Xbox-CEO jedoch offen.