Xbox-Konten: Nach viralem Post rudert Microsoft bei gesperrten Accounts zurück
Microsoft musste für den Umgang mit gehackten Xbox-Konten in den vergangenen Tagen reichlich Kritik einstecken. Das Unternehmen gab kompromittierte Accounts nicht ohne Weiteres an ihre ursprünglichen Besitzer zurück. Wer betroffen war, verlor damit sämtliche gekauften Spiele und mitunter sogar über OneDrive gespeicherte Dateien. Darüber berichtete in der vergangenen Woche ein X-User namens Joshua Khane, der den Verlust von 25 Jahren an Daten, etlicher Spiele, die einst tausende Euro gekostet hatten, und gar den Verlust von Babyfotos seines Sohnes beklagt hatte. Sein Beitrag wurde über fünf Millionen Mal aufgerufen und sammelte mehr als 4.700 Kommentare. Xbox-Support meldet sich bei betroffenen Nutzern Auslöser des Ärgers: In einer ersten Support-Mail hatte Microsoft die Sperrung nach einem Hack als „unumkehrbar“ bezeichnet. Es ist eine Einschätzung, die sich später als falsch herausstellte. Inzwischen geht der Xbox-Support sogar noch einen Schritt weiter und bittet andere Betroffene, sich erneut zu melden, um das Problem bei der Kontowiederherstellung zu klären. In einem Beitrag auf X schreibt das Unternehmen: „Alle, denen wir geantwortet haben, sollten eine Direktnachricht von uns mit den nächsten Schritten erhalten haben. Antwortet einfach dort, und wir machen dort weiter, wo wir aufgehört haben. Falls auch ihr mit diesem Problem bei der Kontowiederherstellung zu kämpfen habt, stehen euch unsere Direktnachrichten zur Verfügung. Meldet euch bei uns, und wir helfen euch so schnell wie möglich. Wir sind für euch da.“ Damit revidiert Microsoft offenbar frühere Aussagen, wonach ein einmal gesperrtes Konto nicht mehr zu retten sei. Spieler, die keine Chance auf die Rückkehr ihrer Daten sahen, scheinen jetzt eine zweite Möglichkeit bekommen zu haben. Andere mussten klagen: Allerdings scheint es noch immer Unstimmigkeiten zu geben. So schrieb jemand unter dem Post von Xbox: „Ich habe versucht, euch dazu eine Direktnachricht zu schicken, erhalte aber nur eine automatische Antwort, in der ich auf die Support-Website verwiesen werde. Doch genau wie alle anderen, die das Problem hier auf X gemeldet haben, habe ich dort nie eine andere Antwort erhalten als: Wir haben dein Konto geschlossen, bitte erstelle ein neues. Könnt ihr mir bitte helfen?“ Microsofts Kehrtwende hat einen Beigeschmack Khane selbst hat sein Konto mittlerweile zurück, samt der Spiele und OneDrive. In einem Video bedankte er sich bei allen, die seinen Beitrag geteilt und über den Fall berichtet hatten. Ohne diese Reichweite, so seine Einschätzung, wäre die Sache nie zu Microsoft durchgedrungen. Gleichzeitig übte er Kritik am Ablauf. Erst der virale Erfolg seiner Beschwerde habe dazu geführt, dass sich das Unternehmen bei ihm meldete. „Wie das Ganze abgelaufen ist, erscheint mir daher ein wenig fragwürdig, denn es ist nicht so, dass sie dein Konto nicht wiederherstellen können. Sie stellen dein Konto einfach nicht wieder her, wenn du ein Niemand bist. Und ich bin zwar ein Niemand, aber mein Tweet ist gerade richtig durch die Decke gegangen.“ Nachdem sich Khane noch einmal bei allen Unterstützern bedankte, beendete er das Video mit einem Appell: „Haltet diesen Beitrag am Leben, nicht für mich, sondern um auf diese Situation aufmerksam zu machen und den Menschen das Thema digitales Eigentum näherzubringen.“