Xbox Project Helix: Weitere Quelle berichtet von Disc-Problematik
Digital Foundry hat frühere Berichte untermauert, wonach die Lieferkette für Disc-Laufwerke zunehmend wegbricht. Damit verdichten sich die Hinweise, dass die kommende Konsolengeneration ohne physisches Laufwerk auskommen könnte.
Auslöser der Debatte war eine Meldung von Windows Central, die Digital Foundry nun mit eigenen Quellen bestätigt. Hierbei ist zu beachten, dass sich beide Publikationen vorrangig auf Microsoft beziehen.
Digital Foundry bestätigt die Probleme in der Lieferkette
Richard Leadbetter von Digital Foundry sprach die Situation in einem Podcast an. Er geht davon aus, dass die Zeit physischer Medien auf der Xbox dem Ende zugeht. Zur Situation bei den Datenträgern meinte er: „Ich kann bestätigen, dass wir ähnliche Berichte erhalten haben, dass im Grunde die gesamte Lieferkette für die Produktion von Spiele-Blu-ray-Discs in großen Mengen nicht gut aussieht.“
Zuvor hatte Windows Central über die Laufwerks-Problematik berichtet. Für den Xbox-Hersteller sei die Situation besonders problematisch, weil der Konzern optische Laufwerke einkaufen müsse. Laut Leadbetter sollten Fans nicht auf ein Disc-Laufwerk hoffen: „Ich denke, die Chancen, dass Helix, oder jedenfalls die Microsoft-Konsole, ein physisches Disc-Laufwerk hat, sind zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich recht gering.“
Der ursprüngliche Bericht von Windows Central stützte sich auf Aussagen von Jez Corden. Dessen Quellen zufolge sei nicht die Disc selbst das Kernproblem, sondern das Laufwerk. Corden: „Die gesamte Lieferkette für die zur Herstellung optischer Laufwerke benötigten Komponenten bricht zusammen, da sich die Fertigungslinien von dieser Technologie abwenden, während sich die Nutzer aktiv für rein digitale Lösungen entscheiden.“
Was das für Xbox Project Helix bedeutet
Eine offizielle Bestätigung, ob Project Helix ohne Laufwerk erscheint, gibt es bislang nicht. Xbox-Chefin Asha Sharma wollte sich gegenüber der BBC nicht festlegen und verwies stattdessen auf den Kostenfaktor. Für die nächste Generation müsse man neben der Leistung auch über Effizienz und Erschwinglichkeit nachdenken.
Dass die Laufwerke ein Problem sind, deutete schon 2024 der frühere Xbox-Chef Phil Spencer an. Konsolen seien „sozusagen das letzte elektronische Gerät, das ein Laufwerk hat“. Das sei „ein echtes Problem, gerade im Hinblick auf die Anzahl der Hersteller, die tatsächlich Laufwerke bauen, und die damit verbundenen Kosten“.
Ein Fingerzeig ist auch das neue „Disc-to-Digital“-Programm, das für Insider verfügbar ist. Damit lassen sich physische Discs in digitale Lizenzen umwandeln. Anders als bei klassischen digitalen Käufen bleibt die Lizenz übertragbar, kann also verkauft oder verschenkt werden.
Leadbetter darauf aufbauend: „Im Grunde möchte Microsoft ermöglichen, dass ihr die Spiele, die ihr gekauft habt, weiterhin spielen könnt. Das halte ich für lobenswert, gewissermaßen das bestmögliche Szenario für einen solchen Übergang. Natürlich ist es trotzdem nicht vollkommen ideal.“
Auch PlayStation steuert auf ein rein digitales Modell zu
Bei Sony scheint sich die Frage nach dem Disc-Laufwerk gar nicht zu stellen, auch wenn das Unternehmen mit der Herstellung durchaus Erfahrung hätte. Aber: Sony Interactive Entertainment möchte die Produktion von Spiel-Discs für Neuveröffentlichungen im Januar 2028 einstellen.
Bereits erschienene Titel sind davon nicht betroffen, womit die Produktion im Thalgauer Presswerk nicht vollständig zum Erliegen kommt. Vielmehr soll die gesamte Disc-Produktion im Jahr 2028 nur um zehn Prozent sinken, nur auf die Produktion von Spiele-Discs bezogen um 20 Prozent. Momentan gehen etwa 50 Prozent auf das Konto von PlayStation. Beim Rest der Disc-Produktion handelt es sich um Datenträger für andere Medien.