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Xbox-Umbau: Microsoft trennt sich von fünf Studios und streicht rund 3.200 Stellen

Technologie

Nach wochenlangen Medienberichten und Spekulationen hat Xbox offiziell bestätigt, was viele befürchtet hatten. Der Konzern baut die Spielesparte grundlegend um und begründet das mit einer wirtschaftlichen Schieflage. Anders als zuvor kursierende Gerüchte nahelegten, sind allerdings keine Studioschließungen geplant. Stattdessen verlassen fünf Studios das Unternehmen.

In einem Schreiben an die Belegschaft erklärte CEO Asha Sharma die Details. Insgesamt sollen rund 3.200 Stellen wegfallen, verteilt über das gesamte Geschäftsjahr FY27 und über alle Studios und Abteilungen hinweg. Rund 1.600 Stellenstreichungen werden unmittelbar umgesetzt. Konzernweit, also über Xbox hinaus, betrifft es heute sogar 4.800 Mitarbeiter, berichtet The Verge.

Diese fünf Studios verlassen Xbox

Fünf Studios trennen sich von Microsofts Gaming-Bereich, allerdings auf unterschiedliche Weise:

Double Fine („Psychonauts“) und Compulsion Games („South of Midnight“) werden in die Unabhängigkeit entlassen und dürfen ihre Marken und Kataloge behalten.

Ninja Theory („Senua“) und Undead Labs („State of Decay“) wurden verkauft. Die Käufer wurden noch nicht genannt, weil die Transaktionen noch nicht abgeschlossen sind.

Arkane („Dishonored“, „Marvel’s Blade“) trennt sich ebenfalls von Xbox. Details fehlen hier wegen der Vorgaben des französischen Arbeitsrechts.

Zu den beiden neuen Eigentümern von Ninja Theory und Undead Labs erklärte Sharma, sie hätten sich verpflichtet, „Senua“ und „State of Decay 3“ mit entsprechender Finanzierung fertigzustellen und weiterzuentwickeln. Arkanes Führung beginnt derweil die vorgeschriebenen Beratungen mit dem Betriebsrat.

„Wir müssen Xbox neu aufstellen“

Sharma nannte den Schritt in ihrem internen Schreiben den bedeutendsten Umbau in der Geschichte von Xbox. Sie räumte ein, dass das Geschäft derzeit nicht gesund sei. Die Margen lägen drei- bis zehnmal niedriger als bei vergleichbaren Plattform- und Publishing-Anbietern. Zudem sprach sie von der schwersten Hardware-Krise, die die Branche je erlebt habe.

„Wir sind mit einer kleineren installierten Basis und einer höheren Kostenstruktur in die 9. Generation gestartet“, so Sharma. „Um zu wachsen, haben wir auf den Game Pass, Multiplattform und ein breiteres Inhaltsportfolio gesetzt. Diese Geschäftsbereiche haben zwar einen bedeutenden Mehrwert geschaffen, sind jedoch nicht in dem von uns erwarteten Tempo gewachsen.“

In der Folge hätte sich das Kerngeschäft abgeschwächt. Und die Investitionen fruchteten nur bedingt. Zur seit 2018 stark ausgeweiteten Studio-Struktur schrieb sie: „Es ist weder möglich noch wünschenswert, jedes großartige unabhängige Studio zu besitzen. Wir haben außerdem gelernt, dass wir nicht das beste Zuhause für jede Art von Studio sind, In einem typischen Jahr haben wir für jeden investierten Dollar 64 Cent verloren.“ Das soll künftig nicht mehr passieren.

„Diese Änderungen variieren je nach Activision, Bethesda/ZeniMax, Blizzard, King, Mojang und Xbox Game Studios. Keines unserer öffentlich angekündigten Spiele oder Projekte aus eigener Produktion wird im Zuge dieser Kürzungen eingestellt“, so Sharma weiter.

Umbau bei Plattform und Führung

Neben dem Portfolio krempelt Xbox auch die eigene Organisation um. Laut Sharma durchlaufen manche Vorgänge bis zu 14 Management-Ebenen. Diese sollen auf höchstens fünf, möglichst sogar drei reduziert werden. Die Plattform-Teams seien um 40 Prozent größer als zu Beginn der aktuellen Generation, während Spielerzahl und Spielzeit gesunken seien.

Zudem berichten Mojang und King künftig direkt an Sharma, anstatt an Matt Booty, den Leiter der Content- und Studioabteilung. Neu geschaffen wird außerdem die Position eines Chief Operating Officer mit Gewinn- und Verlustverantwortung über Content, Hardware, Plattform und Services. Diese Rolle übernimmt Helen Chiang. Dave McCarthy verlässt Xbox nach 17 Jahren und geht in den Ruhestand.

Zum Abschluss ihres Schreibens gab sich Sharma zuversichtlich: „Die Geschichte ist voll von Unternehmen, die Langlebigkeit mit Unvermeidlichkeit verwechseln. Wir werden keines davon sein.“ Xbox soll demnach 2027 zu Wachstum zurückkehren.

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