Xbox: Umsatz bricht ein - Microsoft legt Geschäftszahlen vor
Microsoft hat die Ergebnisse für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 vorgelegt. Für die Xbox-Sparte fällt die Bilanz nüchtern aus: Der Umsatz mit „Content and Services“ ging um 10 Prozent zurück. Damit erwischte Xbox das schwächste Quartal seit dem ersten Quartal des Geschäftsjahres 2024. Beim Hardware-Geschäft sank der Umsatz um 13 Prozent, trotz hoher Konsolenpreise. Insgesamt kam Xbox auf rund 4,98 Milliarden US-Dollar im vergangenen Quartal. Zum Vergleich: In den drei vorangegangenen Quartalen des Geschäftsjahres 2026 lagen die Werte zwischen 5,34 und 5,96 Milliarden US-Dollar. Auf das gesamte Geschäftsjahr gerechnet liegt der Xbox-Umsatz etwa 5 Prozent unter dem Vorjahr. Der Bruttogewinn sank im Xbox-Segment um 2 Prozent, die Bruttogewinnmarge stieg jedoch im Jahresvergleich aufgrund geringerer Abschreibungen aus der Activision-Übernahme. Das Betriebsergebnis ging währungsbereinigt um 15 Prozent zurück. Die operative Marge sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 21 Prozent. Xbox-Umsatz fällt mitten im großen Umbau Xbox durchläuft derzeit einen tiefgreifenden Umbau. Tausende Stellen wurden oder werden gestrichen. Zugleich trennten sich die Redmonder von Studios wie Double Fine. Xbox-Chefin Asha Sharma hatte den Zustand des Geschäfts zuvor in einem internen Memo als wenig positiv beschrieben. Sharma übernahm die Leitung der Xbox-Sparte nach dem Rückzug von Phil Spencer und dem Rücktritt von Sarah Bond. Zuvor war sie in Microsofts KI-Abteilung tätig. Im Geschäftsbericht schlagen sich die Entlassungen direkt nieder. Microsoft verweist auf „Abfindungskosten und Wertminderungen bei Xbox“. Diese wurden dem Unternehmen zufolge teilweise durch „niedriger als erwartete Ausgaben im Zusammenhang mit dem freiwilligen Vorruhestandsprogramm“ ausgeglichen. Es ist eines der Instrumente, mit denen der Konzern Personal reduziert. KI-Geschäft trägt den Konzern Während Xbox schwächelt, laufen andere Bereiche von Microsoft deutlich besser. Der Gesamtumsatz des Konzerns stieg im vergangenen Quartal spürbar um 18 Prozent auf 90 Milliarden US-Dollar. Das operative Ergebnis lag bei 40,6 Milliarden US-Dollar. Es ist ebenfalls ein Anstieg um 18 Prozent. Die Sparte More Personal Computing, zu der Xbox gehört, kam auf 12,9 Milliarden US-Dollar und ging um 4 Prozent zurück. Rückläufig war in diesem Bereich auch das Windows-Geschäft, während die Einnahmen aus Suchmaschinenwerbung ohne Berücksichtigung der Kosten für die Traffic-Akquise um 10 Prozent stiegen. Zusätzlich verbuchte Microsoft einen Gewinn von 3,2 Milliarden US-Dollar aus der Beteiligung am KI-Unternehmen Anthropic, den Machern von Claude AI. CEO Satya Nadella stellte in seinen Äußerungen zum Quartalsbericht erwartungsgemäß das KI-Geschäft in den Vordergrund. „Wir verschieben die Grenzen auf der Kosten-Nutzen-Kurve und sorgen dafür, dass jeder Kunde seine Token in Geschäftsergebnisse umwandeln kann“, so Nadella. Weiter erklärte er: „In diesem Jahr hat der Azure-Umsatz erstmals 100 Milliarden US-Dollar überschritten, und Microsoft 365 Copilot hat über 30 Millionen bezahlte Plätze erreicht, was das Vertrauen widerspiegelt, das Kunden uns entgegenbringen, um ihre KI-Transformation voranzutreiben.“ Für Xbox bleibt damit die Diskrepanz bestehen: Der Konzern insgesamt wächst kräftig, während die Gaming-Sparte weiter Umsatz einbüßt. Hier bleibt abzuwarten, ob sich die erhofften Renditen irgendwann einstellen und wie Microsoft reagiert, wenn derartige Pläne nicht aufgehen.