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Xenia Seeberg: „Die Scham hat mein Selbstwertgefühl zerstört“

Unterhaltung

Sie war nahezu völlig verschwunden, einfach weg. Die einst sehr erfolgreiche Schauspielerin Xenia Seeberg (59) hatte sich fast zwei Jahrzehnte komplett zurückgezogen. Zum ersten Mal erzählt sie über ihren Leidensweg nach einem verpfuschten Eingriff am Ohr, wie sie ihre Scham bekämpfte und ihre Leichtigkeit zurückgewann.

Xenia Seeberg: „Ich verlor über die Jahre viele Rollenangebote“

Sie haben sich in der Dorow Clinic von Dr. Dr. Andreas Dorow einem „Deep Plane Facelift“ unterzogen – warum?

Ich habe 18 Jahre lang unter etwas gelitten, wovon nur die wenigsten wussten, und habe mich fast vollständig aus der Fernsehwelt zurückgezogen. Meine Ohren, insbesondere mein linkes Ohr, waren durch einen OP-Fehler 2008 entstellt, vernarbt, das linke hing drei Zentimeter tiefer als das rechte. Ich habe dann auf der ganzen Welt die besten Chirurgen aufgesucht und um Hilfe gebeten. Es hieß immer, ich müsse warten, bis meine Haut irgendwann erschlaffe und ein Hautüberschuss entstünde, um so die Ohren rekonstruieren zu können. Ich verlor über die Jahre viele Rollenangebote, musste Filme und Projekte ablehnen. Selbst bei öffentlichen Red-Carpet-Auftritten musste ich peinlichst genau darauf achten, dass meine Ohren verdeckt waren. Jeder Windstoß war mein Feind. 18 Jahre lang regierten bei mir Scham und Resignation. Jetzt, seit dieser OP, kann ich mich endlich wieder frei fühlen, auch wenn die Narben noch heilen müssen. Ich kann wieder in den Spiegel schauen – und erkenne mich selbst wieder.

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Xenia Seeberg: „Ich habe acht Jahre gegen den Arzt prozessiert“

Wie kam es zu diesem Schaden?

1997 bei Dreharbeiten von „Geliebte Schwestern“ sollte ich in einer Szene in ein Baguette beißen und habe mir den Kiefer ausgerenkt. Es waren ungeheure Schmerzen. Auf Anraten meines Zahnarztes suchte ich einen Professor auf, der sagte, dass meine Kiefergelenke zu flach seien, und riet mir zu einer Kiefergelenk-Operation. Da ich bereits eine Zusage für eine neue Rolle in der TV-Serie „Nikola“ hatte, wollte ich schnell wieder fit sein. Die Narben waren nach dem Eingriff nicht groß, aber meine Ohren waren in Mitleidenschaft gezogen und wirkten wie angewachsen. Trotzdem war ich drehfähig und spielte in etlichen Filmen und Serien in Kanada, USA und Deutschland.

Und was passierte dann?

Ende 2008 riet mir mein damaliger Agent, einen Arzt in Berlin aufzusuchen, der meine Ohrläppchen in einer unkomplizierten OP wieder in ihre ursprüngliche Form zurückbringen sollte. Damals war ich gerade vom Dreh des US-Films „Annihilation Earth“ zurückgekommen und war frisch von meinem Mann Sven Martinek getrennt, unser Sohn war noch klein. Unter Lokalanästhesie wurde der Eingriff in der Arztpraxis vorgenommen und ich hörte den Arzt heftig herumfluchen! Ihm war offensichtlich das Skalpell ausgerutscht und er hatte die Hälfte meines linken Ohres abgetrennt – mit einem fatalen falschen Schnitt. Er nähte es an und mein Ohr saß gefühlt in der Mitte meiner Wange. Es sah absolut katastrophal aus! Da es so unmöglich bleiben konnte und ich komplett arbeitsunfähig war, hat er mich zwei Monate später erneut operiert, dann unter Vollnarkose. Als ich wieder aufwachte und den Anästhesisten fragte, wie es geworden sei, sagte er: Na ja, rechts ganz okay! Links saß es von da an der unteren Kieferlinie.

Wie haben Sie darauf reagiert?

Ich habe acht Jahre gegen den Arzt prozessiert, bis ich endlich recht bekam und mir vom Gericht eine Entschädigung und Schmerzensgeld zugesprochen wurden. Das hat in keiner Weise mein Aussehen wiederhergestellt noch meine finanziellen Verluste aufgewogen.

Niemand wusste von ihrem Leid?

Nur meine engsten Freunde und Familie. Meine Mama war eine unglaubliche seelische Unterstützung, mein wunderbarer Sohn tröstete mich. Auch mein Ex-Mann Sven Martinek freut sich nun mit mir.

„Ich hatte meine Leichtigkeit und Unbeschwertheit verloren“

Ihre Mama ist sehr wichtig für Sie. Wie sieht sie Ihre Reise zum neuen Ich?

Die Menschen in meinem Umfeld sagten alle – natürlich auch meine Mama –, das ich doch auch so ein toller Mensch sei. Dass sie mich mit diesen entstellten Ohren lieben würden. Aber die Scham, die ich empfand, hatte mein Selbstwertgefühl zerstört. Ich hatte meine Leichtigkeit und Unbeschwertheit verloren. Sie ist 82, megafit, hat noch nie etwas an sich machen lassen. Sie war zunächst völlig dagegen, begleitete mich zur OP und wachte ununterbrochen an meinem Bett.

Was heißt für Sie „in Würde altern“?

Habe ich keine Würde, wenn ich etwas an mir verbessern lasse, was mich fast 20 Jahre traurig gemacht hat? Dieser Ärztepfusch hat mich mein Selbstbewusstsein, mein Selbstwertgefühl, viele Jobs und tolle Projekte gekostet. Für mich heißt, in Würde altern, meiner Seele und meinen Bedürfnissen gerecht zu werden. Auch den Äußeren! Ob das anderen Menschen gefällt oder nicht, ist dabei zunächst unerheblich. Ich möchte wieder rundum glücklich sein und die traurigen und ungerechten Spuren, die das Leben hinterließ, beseitigen. Für mich ist dieses Face-Lift ein Lebens-Uplift!

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