Yamal vs. Cucurella: Ein großmäuliger Spruch wird zum Bumerang
Lamine Yamal könnte am Montagabend den Ballon d’Or überreicht bekommen. Beim Clásico am Tag zuvor sah der Superstar des FC Barcelona aber über weite Strecken nicht wie ein Weltfußballer aus – was vor allem an seinem Gegenspieler Marc Cucurella lag.
Beim ersten Duell der Saison mit Erzrivale Real Madrid mussten sich Yamal und Co. vor heimischem Publikum mit 1:2 geschlagen geben. Die Großchancen des hochbegabten Weltmeisters ließen sich dabei an einer Hand abzählen.
„Lamine, zittere, Cucurella kommt …“, titelte die Sportzeitung As fast schon spöttisch. Cucurella habe seinem spanischen Landsmann keinen Raum zum Atmen gelassen: „Die Funken fliegen bei dem Duell, er frisst jeden Zentimeter des Rasens.“
„Er schien sogar Yamals Herzfrequenz studiert zu haben“
Zwar habe sich Yamal in der zweiten Halbzeit gelegentlich auch durchsetzen können, doch der Punktsieger sei klar. Cucurella – der im Camp Nou wegen seiner Vergangenheit bei Barca wiederholt ausgepfiffen wurde – erhielt von der Zeitung die bestmögliche Bewertung, zehn von zehn Punkten.
Auch die Marca feierte den Real-Verteidiger: „Cucurella frisst Lamine“, heißt es da, in Anlehnung an eine Ansage Yamals aus dem Sommer. Dieser hatte während der WM in einem Interview mit COPE erklärt: „Ich habe ihm gesagt, dass er im ersten Clásico in der Startelf stehen wird und im zweiten als Einwechselspieler zum Einsatz kommen wird, denn ich werde ihn ‚aufessen‘.“
Davon war letztlich nichts zu sehen, wie die Marca schrieb: „Cucurella hat Lamine das Leben so schwer gemacht, wie es derzeit nur wenige Fußballer vermögen. Sie haben viele Stunden miteinander verbracht, und der Außenverteidiger schien sogar die Herzfrequenz des Barca-Stürmers genauestens studiert zu haben.“
Selbst die Mundo Deportivo, die bekanntlich dem FC Barcelona nahesteht, betitelte Cucurella als „kraftvoll“: „Seine Aufgabe bestand darin, Lamine Yamal auszuschalten, und das tat er, ohne dabei auf Fouls zu verzichten.“ Yamal dagegen habe gelitten: „Er konnte seinen Stempel nicht aufdrücken.“
Yamal „der Aufgabe nicht gewachsen“
Auch außerhalb Spaniens fiel das Urteil eindeutig aus. „Der Linksverteidiger lieferte sich ein großes Duell mit seinem Landsmann Lamine Yamal. Letzterer war so gut wie nicht existent“, schrieb L‚Équipe in Frankreich und verteilte acht Punkte an Cucurella. Hier gab es sogar Lob für die Offensivqualitäten des 28-Jährigen: „Sein Spielaufbau war von unschätzbarem Wert.“
Und Yamal? Der kam auch hier nicht gut weg und wurde zu den Flops gezählt: „Er war nicht unsichtbar und versuchte es am Ende des Spiels mehrfach (78., 81.). Er beteiligte sich sogar an der Defensivarbeit, doch für einen Spieler seines Kalibers ist das zu wenig. Nach einer glanzlosen Leistung gegen PSG war Lamine Yamal bei diesem Clásico der Aufgabe nicht gewachsen.“