Zäh, zäher, Olise: Kurioses Interview nach Bayernsieg
Michael Olise glänzt beim 5:0 des FC Bayern gegen Bodö/Glimt mit zwei Traumtoren – und liefert anschließend ein denkwürdiges TV-Interview ab. Der Franzose bringt seinen Gesprächspartner mit einsilbigen Antworten an den Rand der Verzweiflung.
Der Champions-League-Auftakt des FC Bayern gegen den norwegischen Vertreter Bodö/Glimt FK endete mit einem souveränen 5:0. Herausragender Akteur war Michael Olise, der einen traumhaften Fernschuss zum 4:0 in der 83. Minute sowie einen feinen Schlenzer zum Endstand in der Nachspielzeit beisteuerte und zudem eine Vorlage gab. Dafür kürte ihn die UEFA zum "Man of the Match". Was danach folgte, sorgte allerdings für mindestens ebenso viel Gesprächsstoff wie seine Treffer: ein bizarr wortkarges TV-Interview mit dem übertragenden Streamingdienstanbieter DAZN.
"Ich schieße. Und dann geht der Ball rein oder halt nicht"
DAZN-Moderator Jochen Stutzky versuchte in den Katakomben der Allianz Arena, dem 24-Jährigen ein paar Sätze zu entlocken – weitgehend vergeblich. Auf die Frage, wie sich der Kantersieg anfühle, entgegnete Olise knapp: "Es ist gut. Es war das erste Heimspiel. Wir wollten gewinnen. Am Ende haben wir gewonnen."
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Als Stutzky wissen wollte, wie es gelinge, solche Traumtore zu erzielen, kam nur ein lakonisches: "Ich schieße. Und dann geht der Ball rein oder halt nicht." Der Moderator kapitulierte schließlich mit den Worten: "Du machst es mir ziemlich schwer, dieses Interview zu führen." Nach rund einer Minute war das Gespräch dann schon wieder beendet.
Scheuer Superstar mit Aversion gegen öffentliche Auftritte
Olises Wortkargheit vor Kameras und Mikrofonen ist kein Einzelfall. Laut "Bild" sorgen seine öffentlichen Auftritte intern durchaus für Stirnrunzeln. Beim Allianz-Team-Day brach er eine Rate-Challenge mit Teamkollegen vor 2.000 Fans nach nur 30 Sekunden ab. Bei der Meisterfeier versteckte er sich auf dem Mannschaftsfoto hinter allen anderen. Schon bei seiner Vorstellung nach dem 51-Millionen-Euro-Wechsel von Crystal Palace im August 2024 begnügte er sich mit rund 100 Worten.
Dennoch betonen Mitspieler, dass der Franzose abseits der Öffentlichkeit ein völlig anderer Mensch sei. Teamkollege Dayot Upamecano beschrieb ihn so: "Man könnte meinen, dass er sehr verschlossen ist. Aber in der Kabine ist er offener – er spricht und lacht mit allen." Olise selbst lässt in der Öffentlichkeit lieber seine Leistungen sprechen – fünf Tore und zwei Vorlagen in fünf Pflichtspielen in dieser Saison sind ein deutliches Statement. (red)