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Zahl der Toten bekannt

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Schweres Reisebus-Unglück in den Alpen: Experte spricht über möglicherweise entscheidenden Faktor

Von: Jennifer Lanzinger, Moritz Bletzinger, Julian Mayr

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Auch Stunden nach einem schweren Busunglück in der Schweiz ist unklar, wie viele Personen ums Leben kamen. An Bord waren 48 Personen einer Reisegruppe. Ein erster Verdacht steht im Raum.

Update vom 12. September: Beim tödlichen Busunglück im Engadin zwischen Zernez und Susch hat ein Unfallanalytiker die Rolle der Leitplanke als möglicherweise entscheidenden Faktor identifiziert. Heinz Reber, Bereichsleiter Unfallanalyse bei der DTC Dynamic Test Center AG, hat auf Anfrage von 20 Minuten öffentlich zugängliche Bilder der Unfallstelle ausgewertet. Sein zentrales Ergebnis: Die Baustelle vor Ort habe einen wesentlichen Einfluss auf den Unfallhergang gehabt.

Demnach war die Leitplanke im Baustellenbereich nicht durchgehend fest verschraubt – ein Teil der fest installierten Schutzplanke sei durch eine mobile Variante ersetzt worden. Dadurch habe der Bus den offenen Anfang der fest installierten Leitplanke getroffen und diese gewissermaßen aufgegabelt. „Im Normalfall, wenn die Schutzplanke durchgehend ist, sollte diese ein Fahrzeug bei einem seitlichen Anprall auffangen, abbremsen und wieder in Richtung Fahrbahn lenken.“

Weil der Bus auf den offenen Anfang aufgefahren sei, habe die Leitplanke diese Funktion nicht oder nur sehr eingeschränkt erfüllen können, so Reber. Bilder und Videos zeigen, dass die Schutzplanke offenbar in den unteren Bereich des Fahrzeugs eindrang. Der Fachmann betont jedoch, dass sich der genaue Unfallablauf anhand der Bilder allein nicht rekonstruieren lasse und die Aufnahmen weder einen technischen Mangel noch einen bestimmten Unfallablauf beweisen würden.

Update vom 11. September, 11:01 Uhr: Auch das niederländische Königshaus meldet sich zum Unglück. „Unsere Gedanken sind bei allen, die durch den Busunfall im Schweizer Kanton Graubünden betroffen sind und bei ihren Familien in den Niederlanden“, schreiben König Wilhelm-Alexander und Königin Máxima in einer Mitteilung. „Unsere Herzen sind bei den Trauernden, bei allen, die jetzt Angst vor dem Schicksal ihrer Lieben haben und bei den Verletzten. Wir fühlen uns in dieser großen Tragödie mit euch verbunden.“

Beim Fahrer des Busses handelt es sich niederländischen Pressberichten zufolge außerdem um einen lokal bekannten Politiker. Laut De Gelderlander fuhr Rob Mos den Reisebus, ein ehemaliger Stadtrat aus Montferland nahe der deutschen Grenze.

Update vom 11. September, 9:55 Uhr: Die Polizei bestätigt nun auch, dass sich der Unfall in einem Baustellenbereich ereignet hatte. Der Bus war laut Bericht von der Straße abgekommen und umgekippt. Die Umstände, die zu dem Unfall geführt haben, klärt die Kantonspolizei jetzt gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Graubünden.

Polizei nennt Zahl der Opfer bei Busunglück in der Schweiz

Update vom 11. September, 9:49 Uhr: Fünf Menschen starben beim Busunfall im Engadin, das teilt die Kantonspolizei Graubünden jetzt in einer Abschlussmeldung zum Unglück mit. Drei weitere Personen wurden demnach schwer, sieben mittelschwer und 30 leicht verletzt. Die Identifikation der Verstorbenen stehe noch aus.

Schwerer Unfall in den Schweizer Alpen: Reisebus verunglückt

Erstmeldung vom 11. September, 7:13 Uhr: Ein schweres Busunglück ereignete sich am Donnerstag, 10. September 2026, im Osten der Schweiz. Auch Stunden später ist noch unklar, wie viele Personen bei dem Unglück ums Leben kamen. Die Polizei sprach bereits am Donnerstag von mehreren Toten und Verletzten. Konkrete Zahlen sollen am Freitagvormittag bekanntgegeben werden. Zuvor müssten noch die Angehörigen informiert werden, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur in der Nacht. Die Bergung der Leichen dauerte nach Angaben der Polizei bis in die späten Abendstunden.

Ereignet hat sich das Unglück am späten Nachmittag im Engadin-Tal im Kanton Graubünden. Zwischen den Orten Susch und Zernez sei der Bus gegen eine Leitplanke gestoßen, von der Straße abgekommen und auf die Seite gestürzt, sagte ein Polizeisprecher dem Sender SRF. Schließlich blieb er auf einer niedrigen Böschung neben der Fahrbahn liegen. Die Ermittler gehen Medienberichten zufolge davon aus, dass kein weiteres Fahrzeug an dem Unfall beteiligt war.

Reisegruppe mit 48 Teilnehmern an Bord des Reisebusses

Bei dem Bus soll es sich um einen niederländischen Reisebus handeln. Eine Sprecherin des niederländischen Reisebranchen-Verbandes ANVR sprach gegenüber der Zeitung Blick von einer 48-köpfigen Reisegruppe.

Der Bus war für die niederländische Reiseorganisation Oad unterwegs. „Wir sind zutiefst schockiert und bestürzt über den tragischen Busunfall in der Schweiz“, hieß es in einer Stellungnahme von Oad. „Unsere Gedanken sind bei allen Betroffenen und ihren Angehörigen.“ Aktuell könnten noch keine weiteren Informationen gegeben werden. „Sobald mehr Klarheit herrscht, werden wir selbstverständlich die Angehörigen der betroffenen Reisenden so schnell wie möglich informieren und unterstützen.“ Die Graubündener Polizei richtete eine Hotline für Verwandte und ausländische Konsulate ein.

Wie die niederländische Zeitung Algemeen Dagblad berichtete, war der Bus mit der Reisegruppe am Montag Richtung Österreich aufgebrochen. Am Unglückstag habe ein Tagesausflug in die Schweiz auf dem Programm gestanden. Der Bus trug das Logo des Reisebusunternehmens Hartemink aus Eibergen. Eibergen ist eine Ortschaft in der Provinz Gelderland, die nicht weit von der Grenze zu Nordrhein-Westfalen entfernt liegt.

Musste der Fahrer einem Felsbrocken ausweichen?

Wie die Engadiner Post berichtet, habe sich das Unglück gegen 16:45 Uhr ereignet. Demnach liege die Unfallstelle in einem Baustellenbereich. Laut dem Portal Blick habe der Bus die Leitplanke durchbrochen, dann sei er über die Straße und ein Stück Hang hinuntergerutscht. Wie Blick unter Berufung auf niederländische Medienberichte berichtet, habe der Fahrer mutmaßlich wegen eines Hindernisses bzw. Felsbrockens auf der Fahrbahn ausweichen müssen. Diese Informationen wurden bislang jedoch nicht offiziell bestätigt.

Der Schweizer Präsident Guy Parmelin äußerte sich „zutiefst schockiert und bestürzt“ über das Unglück. Die Behörden würden den Unfall umfassend und gründlich aufklären, kündigte er auf der Plattform X an.

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