Zahlen zeigen, wie extrem dieser Sommer ist
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„Heiße Sommer gab es schon immer“: Zahlen räumen mit Wetter-Mythos auf
Von: Dominik Jung
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Immer wieder hört man: „Früher war‘s auch heiß, alles halb so wild.“ Ein Blick auf die Fakten zeigt: So einfach ist das nicht. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Frankfurt – Kaum kratzt das Thermometer an der 40-Grad-Marke, meldet sich garantiert jemand zu Wort: „Das gab‘s doch schon immer, ist doch Sommer.“ Klingt beruhigend, ist aber gefährlich unvollständig. Ja, heiße Sommer gehören zum Klima Mitteleuropas dazu, das war nie anders. Die Frage ist nicht, ob es heiß wird, sondern wie heiß, wie lange und wie oft.
Und genau da liegt der Unterschied zwischen gefühlter Erinnerung und tatsächlicher Messreihe. Alte Zeitungsschlagzeilen von angeblichen 56-Grad-Rekorden aus den Fünfzigern etwa beruhten schlicht auf einer defekten Bahnhofsuhr, nicht auf echten Messwerten. Die Nostalgie trügt öfter, als man denkt.
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Was die Zahlen über die Hitze wirklich sagen
Fakt ist: In diesem Sommer wurden an über 250 Wetterstationen neue Allzeit-Höchstwerte gemessen, an mehr als 40 Stationen in elf Bundesländern kletterte das Thermometer auf über 40 Grad. Selbst Messstationen mit jahrhundertealten Aufzeichnungen, manche seit 1824 aktiv, verzeichneten noch nie dagewesene Werte.
Auch die Zahl der Wüstentage und tropischen Nächte hat den kompletten Sommer-Durchschnitt bereits jetzt um ein Vielfaches gesprengt, obwohl der Hochsommer eigentlich erst beginnt. Das ist eben keine gefühlte Häufung, sondern eine messbare.
Fazit: Hitze ja, aber nicht wie früher
Klar, ganz ohne Hitze war noch nie ein deutscher Sommer. Aber die Häufung, die Länge und die schiere Intensität der aktuellen Wetterlagen sprengen jeden bisherigen Rahmen. Wer das mit einem lockeren „war schon immer so“ wegwischt, blendet die Datenlage einfach aus. Und die lügt bekanntlich nicht.