Zalando-Co‑CEO Gentz: „Abschottung macht niemanden besser, Wettbewerb schon“
Herr Gentz, Zalando ist der einzige Dax-Konzern Berlins und in der Hauptstadt größter Arbeitgeber. Jetzt wird mit hoher Wahrscheinlichkeit erstmals die Linke in der Hauptstadt regieren. Wie blicken Sie darauf?
Zalando ist in Berlin groß geworden. Menschen aus mehr als 140 Nationen sind hierhergekommen, um gemeinsam mit uns aus einem kleinen Start-up einen der digitalen Champions Europas zu bauen. Daher muss Berlin ein Ort bleiben, an dem Menschen aus aller Welt gern leben, Unternehmen gründen und ihre Ideen groß machen können. Berlin kann einer der führenden Technologiestandorte Europas sein. Aber um es klar zu sagen: Wir sind in einem scharfen Wettbewerb mit Unternehmen aus den USA und Asien, und wir brauchen ein attraktives Umfeld für die besten Talente, Gründer und Kapitalgeber. Daran sollte sich jede Landesregierung messen lassen.
Sie investieren auch selbst in Start-ups. Was wünschen Sie sich als Investor von der Politik?
Die Politik sollte ermöglichen, dass hier weitere europäische Champions entstehen und wachsen. Zalando darf keine Ausnahme bleiben. Ideen und Talente haben wir. Was oft fehlt, sind einfachere Regeln, eine Verwaltung, die wirklich funktioniert, Bürokratieabbau und mehr Heimvorteile für Unternehmen, die hier ansässig sind.