Zalando-Logistikzentrum Erfurt: Millionen-Sozialplan unterschrieben
Stand: 09.07.2026 20:07 Uhr Nach langen Verhandlungen ist für die 2.100 Beschäftigten des Zalando-Logistikzentrums in Erfurt ein Sozialplan in Millionenhöhe beschlossen worden. Er enthält nach Unternehmensangaben Abfindungen und Zuschläge. Der Betriebsrat kritisiert Zalando scharf, insbesondere wegen der verweigerten Finanzierung einer Transfergesellschaft zur Unterstützung beim Übergang in neue Jobs. Der Standort soll Ende September schließen. von MDR THÜRINGEN Für die aktuell noch rund 2.100 Beschäftigten des Zalando-Logistikzentrums in Erfurt steht ein millionenschwerer Sozialplan fest. Wie Betriebsrat und Unternehmen mitteilten, wurde dieser nach monatelangen Verhandlungen von der Einigungsstelle beschlossen. Eine Einigung über einen Interessenausgleich kam dagegen nicht zustande. Der Betriebsrat spricht von einem "wirtschaftlich akzeptablen" Ergebnis, kritisiert das Management aber scharf. Zalando habe sich erst durch die Entscheidung der Einigungsstelle zu dem Sozialplan bewegen lassen und keine ausreichenden freiwilligen Angebote vorgelegt. Betriebsrat enttäuscht - keine Transfergesellschaft für Logistik-Beschäftigte Enttäuscht zeigt sich der Betriebsrat zudem darüber, dass keine Transfergesellschaft eingerichtet wird. Diese sollte die Beschäftigten beim Übergang in neue Jobs unterstützen. Nach Angaben des Betriebsrats lehnte Zalando eine zusätzliche Finanzierung ab. Gerade angesichts der schwierigen Lage auf dem Arbeitsmarkt für Logistikberufe sei das ein schwerer Rückschlag für viele Betroffene. Das Unternehmen hatte Ende vergangenen Jahres die Schließung des Standorts Erfurt angekündigt. Kritik kommt auch von der Linken im Thüringer Landtag. Fraktionschef Christian Schaft erklärte, Zalando habe erst unter dem Druck der Einigungsstelle einem Sozialplan zugestimmt. Zugleich lobte Schaft den Betriebsrat für seinen Einsatz in den Verhandlungen. Zalando: Schließung im September Zalando erklärte dagegen, mit dem Beschluss liege nun ein fairer und rechtssicherer Sozialplan vor. Dieser umfasse Abfindungen, finanzielle Zuschläge sowie zusätzliche Unterstützungsleistungen für schwerbehinderte Beschäftigte. Das Unternehmen kündigte an, den geplanten Rückbau des Standorts bis zur Schließung Ende September fortzusetzen und die Beschäftigten beim Wechsel in neue Jobs zu unterstützen. Das Unternehmen hatte Ende vergangenen Jahres die Schließung des Standorts Erfurt angekündigt. MDR (cfr)/dpa