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Zandvoort in der Analyse: Norris siegt, Verstappen fliegt ab!

Sport

Fliegender Wechsel bei uns. Hier an dieser Stelle ist Schluss für heute, weiter geht es aber noch auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de mit der großen Liveanalyse zum vorerst letzten Formel-1-Rennen in Zandvoort. Folgende Themen sind geplant:

-Wie Norris gewinnen konnte

-Funk-Zoff bei Ferrari

-Funk-Zoff bei Mercedes

-Verstappen-Crash

-Hülkenbergs Schrecksekunde

-Fragen der Kanalmitglieder

Morgen sind wir dann noch einmal mit einer neuen Tickerausgabe für euch da, um die restlichen Themen vom Wochenende aufzuarbeiten. Habt noch einen schönen Abend, viel Spaß mit unserer Videoanalyse und bis dann!

Wer hat denn nun das beste Auto im Feld? Laut Lando Norris ist es offenbar nicht McLaren, aber auch das Mercedes-Werksteam sieht sich in dieser Hinsicht laut WM-Leader Kimi Antonelli nicht mehr ganz vorne.

"Wir haben ganz klar nicht mehr das schnellste Auto in der Startaufstellung", sagt der Italiener und ergänzt: "Wir liegen wahrscheinlich auf Platz zwei oder drei, zumindest im heutigen Rennen."

"McLaren hat einen riesigen Schritt nach vorne gemacht, insbesondere seit Ungarn, seit dem großen Upgrade-Paket, das sie mitgebracht haben", betont er und erklärt, Mercedes müsse und werde nun selbst Updates nachlegen.

Zudem sollte man beim nächsten Rennen in Monza "etwas konkurrenzfähiger" als in Zandvoort sein, hofft er.

Der Brite glaubt nicht, dass er mit dem aktuellen McLaren noch in den WM-Kampf eingreifen kann. "Wir haben in bestimmten Bereichen ein starkes Auto", erklärt der amtierende Champion zwar.

Aber: "Es ist nicht wie letztes Jahr, als wir in allen Bereichen ziemlich gut waren", sagt er und erklärt, dass der MCL40 seine Stärken bei hohen Geschwindigkeiten habe. Doch das alleine reiche eben nicht.

Mercedes sei beispielsweise in langsamen Kurven viel schneller, "und deshalb traue ich mir nicht zu zu sagen: Ja, ich kann für den Rest der Saison problemlos um die Meisterschaft kämpfen."

"Ich weiß, dass ich gerade zwei Rennen in Folge gewonnen habe [...], aber im Moment habe ich nicht das Auto, das ich brauche, um um die Meisterschaft zu kämpfen", stellt er klar.

Auch den Ausfall von Valtteri Bottas wollen wir schnell noch auflösen. Dieses Mal waren nicht die Bremsen am Cadillac schuld. "Im Grunde handelt es sich um ein hydraulisches Problem", berichtet der Finne.

"Wir hatten damit an diesem Wochenende bereits einige Probleme, und nun hat es uns erneut behindert, was sehr schade ist", so Bottas. Teamkollege Sergio Perez kam derweil auf P15 ins Ziel.

Es sei "vielversprechend", dass man zumindest die beiden Williams-Piloten nach ihrem Zusammenstoß geschlagen habe, so der Mexikaner. Trotzdem ist Cadillac von den Punkten noch immer ziemlich weit weg.

Der Kanadier sah die Zielflagge heute nicht und erklärt: "Wir haben schon früh einige Schäden davongetragen, was die Leistung des Autos beeinträchtigt hat. Wir hatten kein Tempo und sind viel ins Rutschen gekommen, deshalb haben wir früh einen Boxenstopp eingelegt, um auf die harten Reifen zu wechseln."

Das habe aber auch nicht geholfen, weshalb er das Auto letztendlich abstellte. Teamchef Adrian Newey bestätigt: "Lance hatte mit einem Problem beim Fahrverhalten zu kämpfen - das vermutlich durch einen früheren Unfallschaden verursacht wurde - und wir mussten das Auto aus dem Rennen nehmen."

Im größeren Kontext ergänzt der Teamchef: "Die heute erzielten Punkte sind eine wertvolle Belohnung für die Anstrengungen aller, und ich möchte mich beim gesamten Team in Silverstone bedanken, das in den letzten Monaten so hart daran gearbeitet hat, unsere Leistung zu verbessern."

Fernando Alonso sorgte heute mit P9 erst für das zweite Top-10-Ergebnis in diesem Jahr nach Monaco.

Der Franzose sammelte heute als Zehnter zwar einen Punkt, ist aber alles andere als happy mit dem Rennverlauf. Denn die Racing Bulls, immerhin ja sein Ex-Team, hätten sein Rennen bewusst "ruiniert", ärgert er sich.

Er glaubt, der Rennstall sei mit Blick auf die Meisterschaft gefahren und habe daher absichtlich dafür gesorgt, dass er mehrere Sekunden im Rennen verliert. Zudem habe er dadurch eine Position an Hülkenberg verloren.

"Herzlichen Glückwunsch an sie", sagt er sarkastisch. "Das Gute ist, dass ich ein gutes Gedächtnis habe", ergänzt er und kündigt an: "Ich werde dafür sorgen, dass wir am Ende des Jahres lächeln."

Alpine und die Racing Bulls kämpfen aktuell um P5 in der WM. Momentan liegen die Jungbullen in diesem Duell drei Zähler vorne.

Wie Franco Colapinto bekam auch der Rookie gleich zu Beginn eine Durchfahrtsstrafe und erklärt: "Bei all den herumfliegenden Trümmerteilen habe ich mich einfach darauf konzentriert, meine Linie zu halten und allem auf der Strecke auszuweichen."

Trotzdem wurde er bestraft, "wodurch wir für den Rest des Rennens praktisch aus dem Kampf heraus waren", so Lindblad, der betont: "Als wir wieder losgefahren sind, war das wohl eines der besten Rennen, die ich dieses Jahr gefahren bin."

Belohnt wurde das aber nicht, er landete auf P12 und damit einen Platz hinter seinem Teamkollegen Yuki Tsunoda. Der Rückkehrer berichtet: "Ich habe heute alles gegeben und es hat mir wirklich Spaß gemacht."

"Wir waren ganz nah dran an den Punkten und haben sie knapp verpasst, was schade war. Aber insgesamt waren es ein paar unglaubliche Tage", so der Japaner.

Ob er in zwei Wochen in Monza noch eine Chance bekommen wird, hängt davon ab, ob Isack Hadjar bis dahin wieder fit ist.

Die Bearman-Verwarnung ist wohl noch das geringste Haas-Problem heute, denn keiner der beiden Piloten sah überhaupt die Zielflagge. Für das Team war es das erste Doppelaus seit der Saison 2024.

"Es ist sehr enttäuschend, das Wochenende mit zwei Ausfällen aufgrund von Problemen mit der Powerunit zu beenden. Daher müssen wir uns das ansehen", erklärt Teamchef Ayao Komatsu.

"Es ist schade, denn Ollie hatte praktisch kein Rennen, und bei Esteban hatten wir im Rennen etwas mehr zu kämpfen als im Qualifying", berichtet er. Punkte wären daher wohl so oder so nicht drin gewesen.

Auch Ocon selbst gesteht, dass man heute ohnehin nicht in einer Position gewesen sei, um Punkte zu holen. Man müsse daher nun auf die kommenden Updates warten, so der Franzose.

Weil wir gerade bei Audi sind: Gabriel Bortoleto und auch Oliver Bearman haben nach dem Rennen noch eine Verwarnung bekommen, weil sie am Ende der Rotphase eine rote Ampel am Boxenausgang überfahren haben. Hier das Urteil im Wortlaut:

"Die Ampel an der Boxenausfahrt sprang auf Rot, als sich der Fahrer der Boxenausfahrt näherte, um für den Neustart des Rennens nach einer Unterbrechung wieder auf die Strecke zu fahren."

"Ein solcher Verstoß während des Rennens zieht normalerweise eine sehr hohe Strafe nach sich, da die Fahrer verpflichtet sind, die Ampelsignale jederzeit zu befolgen."

"In diesem Fall ereignete sich der Verstoß jedoch nicht während eines laufenden Rennens, sondern in der Vorbereitungsphase vor dem Neustart, obwohl das Rennen gemäß Artikel B5.15.2g technisch gesehen bereits wieder aufgenommen worden war."

"Darüber hinaus erkennen die Rennkommissare an, dass weder ein Vorteil erzielt noch eine potenziell gefährliche oder unsichere Situation geschaffen wurde. Daher wird angesichts der mildernden Umstände und der besonderen Situation eine Verwarnung des Fahrers als angemessen erachtet."

Die "Mittelfeldwertung" hat heute Nico Hülkenberg auf P8 gewonnen. Vier wichtige Punkte für Audi, mit denen man in der WM bis auf fünf Zähler an Haas herangekommen ist. Hülkenberg selbst sagt, der Beginn des Rennens sei "etwas wild" gewesen.

Denn da wäre er fast in den sich drehenden Bortoleto gekracht. "Ich glaube, es war zu einem großen Teil Glück, dass wir uns dort nicht gegenseitig getroffen haben. Aber das war mir wirklich zu knapp", atmet er durch.

Danach fuhr er dann aber ein starkes Rennen. "Ich glaube, im Mittelfeld ist es für jeden der Schlüssel, einmal vorne zu sein. Und wir konnten dann das Potenzial des Autos und das Tempo voll ausschöpfen", erklärt er.

"Es war Freitag und Samstag kein besonders einfaches Wochenende für mich. Umso schöner und erfreulicher ist es, dieses Ergebnis zu erzielen", freut er sich.

Alexander Albon sagt über den Crash mit Carlos Sainz am Ende: "Ehrlich gesagt war es einfach seine Schuld, wenn ich ganz ehrlich bin." Sein Teamkollege habe einfach die Reifen blockiert.

"Ich habe sofort versucht, ihm in einer geraden Linie zu folgen. Aber wir sind zusammengestoßen, und mein Unterboden wurde ziemlich beschädigt", so Albon, der deswegen aufgeben musste.

Sainz wurde derweil von den Stewards für den Crash bestraft und gesteht, dass die Strafe "fair" gewesen sei. "Ich hatte wirklich alte Reifen drauf und hatte große Schwierigkeiten mit dem Auto", erklärt er.

In Kurve 1 habe er dann eine Bodenwelle erwischt und den Crash nicht mehr verhindern können. "Kaum ging ich auf die Bremse, blockierten meine Räder, und ich riss Alex mit", entschuldigt er sich.

Noch mehr ärgert sich Albon derweil über das Rennen selbst, denn: "Wir lagen fast das ganze Rennen über vor Fernando, [...] aber ich glaube, wir sind zu früh an die Box gefahren."

"Als wir an die Box fuhren, lagen wir hinter einer Gruppe von sieben oder acht Autos. Ich muss verstehen, warum wir so früh an die Box gefahren sind, denn wir hatten heute tatsächlich eine Chance, Punkte zu holen", ärgert er sich.

In der Tat wurde Alonso am Ende Neunter. Und Albon lag lange Zeit vor dem Spanier ...

Der Argentinier bekam heute gleich zwei Strafen. Zunächst bekam er eine Durchfahrtsstrafe, weil er nach dem Verstappen-Crash unter Gelb überholte, später dann noch eine weitere Zehn-Sekunden-Strafe, weil er unter Gelb nicht ausreichend vom Gas ging.

Er selbst hat vor allem für die erste Strafe überhaupt kein Verständnis und erklärt, dass die gelbe Flagge erst gekommen sei, als er sein Manöver bereits begonnen habe. "Es wäre eindeutig viel gefährlicher gewesen, voll auf die Bremse zu treten", betont er.

"Ich habe irgendwie das Gefühl, dass - auch wenn die Regeln festgeschrieben sind - [die Kommissare] viel flexibler sein sollten und dass es Kriterien geben sollte, anhand derer man auch beurteilen kann, was sicherer oder etwas unsicherer ist", fordert er.

"Wenn jemand auf demselben Streckenabschnitt 30 km/h langsamer fährt, überholt wird und eine gelbe Flagge geschwenkt wird, kann man nicht viel dagegen tun. Es ist sehr schwierig, darauf zu reagieren", erklärt er.

Danach sei sein Rennen dann gelaufen gewesen.

P9 und damit das bislang beste Aston-Martin-Ergebnis für Fernando Alonso in diesem Jahr. "Glückwunsch an das Team. Sie haben in Budapest ein neues Paket gebracht, hier in Zandvoort weitere neue Teile, und die Ergebnisse kommen", sagt er zufrieden.

"Die Formel 1 ist kein geheimnisvoller Sport", betont er und erklärt: "Man muss Performance bringen und die Konkurrenten übertreffen, um Punkte zu holen, und genau das tun wir."

Shintaro Orihara von Honda ergänzt: "Zwei Punkte zu holen, ist ein gutes Ergebnis, vor allem wenn man bedenkt, wie viel Arbeit die Einführung des Spec-2-Motors an diesem Wochenende mit sich gebracht hat."

"In der Schlussphase des Rennens haben wir uns darauf konzentriert, den Abstand zu Gasly zu halten, und unsere Energiemanagement-Strategie entsprechend optimiert, um dies zu erreichen."

"Das ist ein gutes Ergebnis, und wir werden uns nun auf weitere Verbesserungen konzentrieren", so der Japaner.

Der Neuseeländer ist mit P7 bei seinem Comeback im Red Bull zufrieden und erklärt: "Ich bin mir sicher, dass es Dinge gibt, die ich im Rennen besser machen kann, und ich werde versuchen, darüber nachzudenken."

"Was die Platzierungen angeht, glaube ich aber nicht, dass wir die Geschwindigkeit hatten, um mit den Jungs an der Spitze mitzuhalten. Das war uns ja auch schon nach dem gestrigen Tag klar", so Lawson.

Insgesamt sei es daher "ein gutes Wochenende" gewesen. Offen bleibt allerdings die Frage, ob P7 heute wirklich das Maximum war. Denn weil Max Verstappen so früh ausschied, fehlte der sonst übliche Maßstab im anderen Auto.

Nicht nur bei Mercedes brach die Pace im Laufe des Rennens ein. Oscar Piastri erklärt bei Sky: "Nach der roten Flagge lief es gut. Der erste Stint fühlte sich ganz okay an. Danach hatte ich dann einfach nichts mehr."

"Ich weiß nicht, woran es lag, aber es gibt jede Menge zu analysieren", grübelt er und erklärt, dass die Pace einfach nicht mehr da gewesen sei. Letztendlich landete er auf P6, mehr als eine halbe Minute hinter seinem Teamkollegen vorne.

Auch der zweite Ferrari-Pilot ist heute nicht wirklich happy und erklärt bei Sky: "Um ehrlich zu sein, war es ein frustrierendes Rennen, denn es lief alles schief aufgrund von Faktoren, die wir nicht wirklich beeinflussen können."

Zum Beispiel sei das VSC für ihn zu einem schlechten Zeitpunkt gekommen. "Aber letztendlich denke ich, dass unser Tempo gut war. Wir haben Oscar gut überholt und die Reifen gut gemanagt", betont er.

"Was wir jedoch noch verstehen müssen, ist unser Qualifying-Tempo. Genau da haben wir im Moment noch Defizite", sagt er und schlägt damit in eine ähnliche Kerbe wie sein Teamkollege.

Zu der Situation mit Hamilton sagt er, dass er nie aufgefordert worden sei, die Plätze zu tauschen. "Ich habe mich auf mein Tempo konzentriert und versucht, bei meinem Rennen mein Bestes zu geben", betont er.

Und da habe sich die Diskussion darum gedreht, welche Runde die beste für seinen Boxenstopp sei - unabhängig von Hamilton hinter ihm.

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