Zeit mit Freunden und der Familie verbringen - so lässt sich Demenz vermeiden
Wohl kaum eine Krankheit ist so gefürchtet wie die Demenz. Sie nimmt einem die Erinnerungen, lässt einen irgendwann sogar die eigenen Kinder oder Enkel nicht mehr erkennen. Mehr als 57 Millionen Menschen weltweit leben mit Demenz, jedes Jahr kommen fast zehn Millionen dazu. Heilung lässt sie sich nicht. Das Risiko, an Demenz zu erkranken, kann allerdings jeder (und jede) selbst beeinflussen, etwa durch einen gesunden Lebensstil. Dazu gehört auch, sich regelmäßig mit Freunden und der Familie zu treffen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat kürzlich ihre offiziellen Empfehlungen zur Prävention von Demenz überarbeitet. Darin werden nun auch soziale Kontakte genannt. Zahlreiche Studien deuten darauf hin, dass soziale Isolation ein Risikofaktor für kognitiven Verfall ist. Wer hingegen viel Zeit mit geliebten Menschen verbringt, hält sich geistig fit und baut Stress ab. Außerdem animieren Freunde und Verwandte einen oft zu einer gesünderen Lebensweise, wie die WHO schreibt. Wissenschaftler schätzen, dass etwa fünf Prozent aller Demenz-Fälle verhindert werden könnten, wenn keine Menschen mehr unter sozialer Isolation leiden würden. Zudem können regelmäßige soziale Aktivitäten den Beginn einer Demenz bis zu fünf Jahre hinauszögern. Demenz-Risiko lässt sich beeinflussen Allerdings leiden viele Menschen unter Einsamkeit. In Deutschland sind es rund 16 Prozent aller Einwohner ab zehn Jahren, wie Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen. Besonders betroffen sind Menschen, die alleine leben – und davon gibt es hierzulande immer mehr. Einsamkeit beschränkt sich zudem nicht auf die älteren Generationen, auch viele Jüngere fühlen sich isoliert. Das erhöht nicht nur das Risiko für Demenz, sondern auch für verschiedenste andere Krankheiten wie etwa Depressionen. Umso wichtiger ist es also, soziale Kontakte zu knüpfen und zu pflegen. Neben sozialen Aktivitäten beeinflussen weitere Faktoren, mit welcher Wahrscheinlichkeit man an Demenz erkrankt. Auch diese hat man selbst in der Hand. Wichtig sind etwa eine gesunde Ernährung und viel Sport. Schädlich hingegen sind Alkohol und Tabak, außerdem Krankheiten wie Diabetes und hoher Blutdruck. Diese lassen sich wiederum ebenfalls durch eine gesunde Lebensweise vermeiden. Eine hundertprozentige Garantie gibt es natürlich trotzdem nicht, schließlich spielt auch die genetische Veranlagung eine Rolle. Doch immerhin müssen wir dem Alter und einem möglichen kognitiven Verfall nicht tatenlos entgegensehen.