DAX +0,54 % 25.600,41 Pkt 17:00:41 MDAX -0,43 % 32.256,64 Pkt 17:00:43 Euro Stoxx 50 +1,53 % 6.344,70 Pkt 17:00:30 Dow Jones -2,02 % 51.679,46 Pkt 17:15:42 S&P 500 -0,71 % 7.375,87 Pkt 17:15:37 Nasdaq +0,28 % 24.947,51 Pkt 17:15:41 Nikkei +0,71 % 61.867,43 Pkt 08:45:03 Gold +3,02 % 4.156,60 USD 17:05:38 Silber +1,20 % 58,56 USD 17:05:38 Brent -0,78 % 90,03 USD 17:03:34 WTI -0,06 % 84,41 USD 17:05:41 Bitcoin +1,18 % 64.660,95 USD 17:15:39 EUR/USD +1,09 % 1,15110 USD 17:15:24 EUR/GBP -0,02 % 0,85670 GBP 17:15:42 EUR/CHF -0,46 % 0,92870 CHF 17:15:43 EUR/JPY -1,68 % 183,428 JPY 17:15:42

Zinsentscheid wird zur Marktklatsche: Warshs Fed fällt brutal durch

Wirtschaft

Der Fed-Tag wurde für die Wall Street zum Stresstest. Die US-Notenbank ließ die Zinsen zwar wie erwartet unverändert im Zielkorridor von 3,5 bis 3,75 Prozent, doch die Entscheidung beruhigte die Märkte nicht. Im Gegenteil: Aktien und Anleihen gerieten am Mittwoch heftig unter Druck. Der Dow Jones Industrial Average verlor 1.153 Punkte oder 2,2 Prozent und verzeichnete damit den schwächsten Handelstag seit April 2025. Der S&P 500 fiel um 1,5 Prozent, der Nasdaq Composite um 1,7 Prozent. Für die großen US-Indizes war es der schlechteste Fed-Tag seit Dezember 2024. Auslöser war weniger die Zinspause selbst als das Signal dahinter. Drei Präsidenten regionaler Fed-Banken stimmten gegen den Beschluss und wollten offenbar eine sofortige Zinserhöhung. Damit blieb für Anleger die Sorge bestehen, dass die Fed unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh im Kampf gegen die Inflation zu zögerlich handelt. Die Teuerung liegt seit Jahren über dem Ziel von 2 Prozent, während steigende Ölpreise durch die neue Eskalation im Nahen Osten zusätzlichen Druck erzeugen. Besonders deutlich fiel die Reaktion am Anleihemarkt aus. Langlaufende US-Staatsanleihen wurden massiv verkauft, die Rendite der 30-jährigen Anleihe stieg zeitweise auf fast 5,23 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 2007. Gleichzeitig gaben die Renditen zweijähriger Papiere nach. Diese Versteilung der Zinskurve zeigte, dass Anleger kurzfristig zwar weniger unmittelbare Zinsschritte einpreisen, langfristig aber höhere Inflationsrisiken sehen. Steve Sosnick von Interactive Brokers sagte gegenüber MarketWatch: "Der Markt durchschaut seinen Bluff in Sachen Inflation." Warsh versuchte auf der Pressekonferenz zu erklären, dass die Märkte bereits einen Teil der Straffung übernommen hätten. Doch genau diese Argumentation überzeugte viele Investoren nicht. Kritiker warfen ihm vor, hart über Inflation zu sprechen, ohne konsequent zu handeln. José Torres von Interactive Brokers sagte: "Er hinkt dem Markt weit hinterher." Neil Dutta von Renaissance Macro formulierte es noch schärfer: Warsh habe die Chance verspielt, Glaubwürdigkeit zu schaffen. Für Aktien wurde der Anleihe-Schock in der letzten Handelsstunde zum Problem. Zunächst hatten die Kurse nach der Fed-Entscheidung noch zugelegt, später kippte die Stimmung komplett. Der Nasdaq-100 schloss in einer Korrekturphase, also mehr als 10 Prozent unter seinem jüngsten Hoch. Zusätzlich belasteten Trumps Vergeltungsdrohungen gegen Iran, fallende Chipwerte und Zweifel an den hohen KI-Investitionen großer Technologiekonzerne. Auch ein technischer Faktor verschärfte die Lage. MarketWatch verwies auf das stark gefallene Gamma-Exposure von Optionshändlern. Dadurch fehlte dem Markt ein Teil des Absicherungspuffers, der größere Ausschläge sonst abfedern kann. VolSignals-Gründer Daniel Roos bezeichnete dieses Gamma-Exposure als "Crash-Polster" der Wall Street. Wenn dieses Polster schwindet, haben Aktien mehr Raum für größere Ausschläge. Roos fasste es so zusammen: "Die Leitplanken sind weg." Für Anleger heißt das: Die Fed hat die Zinsen nicht erhöht – doch der Markt hat trotzdem entschieden, dass das Risiko größer geworden ist. Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion Achtung, Korrektur! 5 Werte vor dem Abgrund

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