Zivildienst: Arbeiter-Samariter-Bund fordert umfangreicheren Zivildienst
Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) hat sich im Falle einer Wehrpflicht für einen umfangreicheren Zivildienst für Wehrdienstverweigerer ausgesprochen. »Ein Zivildienst müsste mindestens neun, besser zwölf Monate lang sein, damit die jungen Menschen auch die Chance haben, etwas zu lernen und eine Verbindung zu ihrer Aufgabe herzustellen«, sagte der Bundesvorsitzende Knut Fleckenstein den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Zudem forderte der ASB-Chef einen größeren qualifizierenden Teil. »Ohne echte Qualifizierung und mit kürzerer Dauer sitzen die Leute nur ihre Zeit ab, das ist weder in ihrem Interesse noch in unserem«, sagte er. Wichtig wäre zudem die freie Wahl der Einsatzstelle und eine Anrechnung bereits geleisteter Freiwilligendienste. Da man gute Erfahrungen mit freiwilligen Diensten gemacht habe, sei der ASB grundsätzlich kein Anhänger vom Zivil- oder Ersatzdienst. Sollte ein solcher aber kommen, könnten etwa 2.000 sogenannte Zivis beim ASB beschäftigt werden. Der Aufbau der entsprechenden Strukturen würde drei bis sechs Monate dauern. DRK fordert auch Stärkung von Freiwilligendiensten Die Bundesregierung bereitet derzeit die Grundlagen für einen neuen Zivildienst vor. Falls die Wehrpflicht wieder eingesetzt würde, »müsste es ja auch einen entsprechenden Ersatzdienst geben«, sagte Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU). In der Bundesregierung liefen deshalb bereits Vorbereitungen auf »unterschiedliche Situationen und Szenarien«, sagte er. Man werde die Pläne laut einem Bericht nach der Sommerpause offiziell vorstellen. DRK-Präsident Hermann Gröhe verwies darauf, dass die Finanzierung geklärt und die notwendige Zeit für die Vorbereitungen gegeben sein müssten. »Wenn ein neuer Zivildienst kommen soll, muss deshalb jetzt vorausschauend geplant werden«, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. »Dafür braucht es ausreichend Zeit für den Aufbau und eine verlässliche Finanzierung für die Träger der Einsatzstellen.« Bis die allgemeine Wehrpflicht im Jahr 2011 ausgesetzt wurde, gab es für Männer, die den Kriegsdienst verweigerten, den Zivildienst. Mit der Aussetzung der Wehrpflicht zum 1. Juli 2011 entfiel auch der Zivildienst. An seine Stelle trat ab 1. Juli 2011 der Bundesfreiwilligendienst, der Menschen jedes Alters und Geschlechts offensteht. Falls es bei der Aussetzung der Wehrpflicht bleibe, forderte der DRK-Präsident eine anderweitige Stärkung dieser Freiwilligendienste. »Wer sich freiwillig einsetzt, braucht bessere Rahmenbedingungen«, sagte er.