Zivilisation? Forscher entdecken versunkene Kultur unter dem Amazonas
Hinweise auf Verteidigungsanlagen fand das Team nicht. Die Strukturen dienten demnach rituellen, öffentlichen und politischen Zwecken – ähnlich wie im späteren Inkareich in der benachbarten Andenregion. „Der Bau solch monumentaler Anlagen im Regenwald muss viel Arbeitskraft, Arbeitsteilung und ein Verständnis von Mathematik und Geometrie erfordert haben“, notiert die Gruppe. „Zudem steht fest, dass der Bau und Erhalt solcher Zentren über etwa 1500 Jahre administrative, soziokulturelle und kosmologische Motivationen gehabt haben muss, darunter verschiedene Formen von Künsten, Tanz, Musik und Sport.“ Lebten einst Dutzende Millionen Menschen in Amazonien? Zudem fand das Team Hinweise darauf, dass die damaligen Menschen Brandrodung betrieben, um etwa Mais, Maniok und Kürbisse anzubauen. Außerdem kultivierten sie Bäume mit essbaren Früchten, etwa Paranussbäume und Pfirsichpalmen. „Die Studie zeigt, dass der menschliche Einfluss auf die Umwelt des Amazonasgebiets viel größer ist als bisher angenommen“, wird Pärssinen in einer Mitteilung seiner Universität zitiert. Nicht nur das: Die Forscher vermuten, dass die gesamte Amazonasregion einst wesentlich dichter besiedelt war als heutzutage. Bislang gehen Schätzungen von einer Gesamtpopulation von einer bis 10 Millionen Menschen aus.