Zollstreit: US-Konzerne wollen neue Verhandlungen zwischen USA und Kanada
Nach dem Scheitern der Zollverhandlungen zwischen den USA und Kanada hat die einflussreiche US-Managervereinigung Business Roundtable beide Regierungen zu neuen Gesprächen aufgerufen. Die Lobbygruppe, der die Chefs von rund 200 großen Konzernen angehören, befürchtet zusätzliche Kosten für US-Unternehmen durch die neuen Zölle.
Am Samstag waren neue US-Zölle auf kanadische Produkte in Kraft getreten, nachdem zuvor tagelange Verhandlungen zwischen beiden Ländern ohne Einigung zu Ende gegangen waren. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer machte dafür Kanada verantwortlich.
Kanadas Premierminister Mark Carney sprach hingegen von einem »Angriff« durch die USA und kündigte Gegenzölle an. »Wenn man angegriffen wird, befindet man sich im Krieg. Wir sind angegriffen worden«, sagte Carney.
Demokraten kritisieren Trump
US-Präsident Donald Trump regierte erbost auf die angekündigten kanadischen Zölle. Kanada wolle »die Vorteile eines Staates haben, ohne einer zu sein«, schrieb Trump, der wiederholt gefordert hatte, Kanada zum 51. US-Bundesstaat zu machen, auf seinem Onlinedienst. Über viele Jahre habe Kanada der US-Landwirtschaft »massive Zölle« auferlegt – damit müsse nun Schluss sein.
Demokratische Abgeordnete und Gouverneure der an Kanada grenzenden US-Bundesstaaten Minnesota, New York und Washington kritisierten den Republikaner Trump für seine Zollpolitik. »Unnötig Streit mit unseren Verbündeten anzufangen und gleichzeitig die Preise hierzulande zu erhöhen – das ist Trumps Wirtschaftspolitik in einem Satz«, schrieb etwa die Gouverneurin von New York, Kathy Hochul, im Onlinedienst X.