„Zu komplex“: Trump ordnet Rückkehr zu Dampfkatapulten auf Flugzeugträgern an
US-Präsident Donald Trump hat die Marine angewiesen, das komplexe Startsystem für Kampfjets auf ihren Flugzeugträgern zu entfernen und stattdessen wieder Dampfkatapulte zu verwenden, wie das Weiße Haus am Donnerstag mitteilte. Zudem öffnet er den Kriegsschiffbau erstmals seit Jahrzehnten für ausländische Werften. Trump habe ein entsprechendes Memorandum unterzeichnet, das weitreichende Änderungen für die Flotte vorsehe, so das US-Präsidialamt. Die Umrüstung betreffe die Flugzeugträger der „Gerald R. Ford“-Klasse, konkret das vierte Schiff dieser Baureihe, die „Doris Miller“. Die Abkehr von dem elektromagnetischen Startsystem (EMALS) dürfte die Steuerzahler Hunderte Millionen Dollar kosten. Trump hatte das elektromagnetische Startsystem der Marine in der Vergangenheit häufig kritisiert. Es sei teurer und weniger effektiv als die traditionellen Dampfkatapulte. „Sie haben Milliarden Dollar mehr für elektrische Katapulte ausgegeben, und sie sind nicht gut“, sagte Trump im vergangenen Monat auf einem Verteidigungsgipfel in Pennsylvania. „Sie sind bei Weitem nicht so gut, zu komplex.“ Der Hersteller des EMALS-Systems, General Atomics, forderte eine sorgfältige Überprüfung der Entscheidung. Marine-Experte hält Elektrik für zuverlässiger Da die Produktion bereits zu fast 50 Prozent abgeschlossen sei, berge ein Kurswechsel erhebliche Risiken für Kosten, Zeitplan und Integration, teilte das Unternehmen mit. Die Marine hatte sich 2009 für das neue System entschieden, da es wartungsärmer ist und die Flugzeuge beim Start weniger belastet. Auf dem ersten Träger der neuen Klasse, der „USS Gerald R. Ford“, wurden laut Pentagon-Dokumenten bis März 2026 bereits 36.863 Starts mit dem System absolviert. Der Flugzeugträger mit Nuklearantrieb kostete mehr als 13 Milliarden Dollar. Laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ war dessen Entwicklung und Bau von zahlreichen Problemen geprägt. Ärger bereiteten vor allem die Katapulte, die Fangvorrichtungen für landende Flugzeuge sowie die Aufzüge im Schiffsinneren, um Munition ans Flugdeck zu befördern. Doch der Austausch der Katapulttechnik ist ein aufwendiges und teures Unterfangen, meint der Marine-Experte Bryan Clark. „Elektrik ist zuverlässiger“, sagte Clark der Zeitung. „Wenn ich diese Komponenten so umrüsten kann, dass sie elektrisch statt mit Dampf betrieben werden, entfallen alle dampfführenden mechanischen Teile.“ Bei älteren Trägern wird Dampf auch für die Heizung und zum Erzeugen von Frischwasser eingesetzt. Rohre durchziehen das Schiff, was zahlreiche Fehlerquellen schafft. Auch sei die Instandhaltung der Elektrik günstiger, sagte Clark. Die „Gerald R. Ford“ koste im Betrieb jährlich rund 100 Millionen Dollar weniger als die älteren Schiffe der „Nimitz“-Klasse. Südkoreanischer Konzern drängt auf den US-Rüstungsmarkt Die neue Anordnung erlaubt es zudem ausländischen Schiffbauern, die dauerhaft und in erheblichem Umfang in US-Werften investiert haben, vorübergehend bis zu zwei Schiffe in ihren Heimatwerften zu bauen. Damit sollen Lücken in der Flotte schnell geschlossen werden. Vor diesem Hintergrund hatte die australische Werft Austal am Dienstag mitgeteilt, dass der südkoreanische Hanwha-Konzern den Kauf ihres US-Geschäfts für bis zu 1,2 Milliarden Dollar angeboten habe. Hanwha strebt eine Expansion auf dem US-Rüstungsmarkt an. Um die Reparaturkapazitäten für U-Boote und Flugzeugträger zu erhöhen, wies Trump den Verteidigungsminister ferner an, eine fünfte Marinewerft einzurichten. Die Aktien des Hauptauftragnehmers für die Ford-Klasse, Huntington Ingalls, legten im nachbörslichen Handel in New York leicht zu. (Reuters/Tsp)