Zu starke Schwingungen VfL Bochum ordnet Hüpfverbot an
Im Zuge der laufenden Umbauarbeiten des Stadions habe ein Gutachten ergeben, dass "durch gemeinsames, rhythmisches Hüpfen oder Springen, also synchronisierte Bewegungen vieler Menschen, zum sogenannten Trampolineffekt kommen kann, der einen Unwohlsein-Effekt hervorruft", so der Verein in einer Mitteilung.
Hüpfen ruft Trampolineffekt hervor
Die Bauaufsichtsbehörde habe daher per Ordnungsverfügung ein sogenanntes "Hüpfverbot" festgelegt. Dies muss der VfL Bochum umsetzen und kontrollieren. Wird die Anordnung nicht eingehalten, droht im schlimmsten Fall eine komplette Sperrung der Ostkurve für bis zu 10.000 Zuschauer.
Volle Auslastung möglich - Jubeln erlaubt
Das Verbot zu hüpfen gilt bereits ab der kommenden Heimpartie am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) gegen Arminia Bielefeld. Dieses Verbot, darauf weist der Verein hin, "betrifft explizit nicht den Torjubel, sondern lediglich choreographiertes Springen" in den Blöcken N2, O, P und Q. Generell könne die Ostkurve weiterhin komplett als Stehplatzbereich unter voller Auslastung genutzt werden.
Verein ist mit den Fans im Austausch
Fraglich ist, ob sich die Bochumer Fans wirklich auch an das "Hüpfverbot" halten. In den genannten Blöcken stehen fast ausschließlich die sogenannten "Hardcore-Fans", die regelmäßig im Stadion sind und von möglichem Unwohlsein eher nicht betroffen sein werden.
Der VfL Bochum selbst teilte mit, mit den Fangruppierungen intensiv in Austausch zu sein. "Bis zum Anpfiff am Sonntag werden wir auf allen Kanälen ausführlich über das weitere Vorgehen, die konkreten Maßnahmen und auch über mögliche Konsequenzen informieren", sagte ein Sprecher des VfL dem WDR.
Hüpfverbot gilt wohl bis 2028
Erst mit Abschluss der Umbauarbeiten am Ruhrstadion im Jahr 2028 soll die Einschränkung wieder aufgehoben werden.
Ähnlicher Fall in Magdeburg im Jahr 2016
Das Bochumer Hüpfverbot ist kein Einzelfall im deutschen Fußball. Bereits von zehn Jahren setzte die Stadt Magdeburg ein Hüpfverbot im Stadion für das Drittliga-Spiel 1. FC Magdeburg gegen den Halleschen FC durch.
Der Grund dafür: Messungen beim Heimspiel gegen Hansa Rostock drei Wochen zuvor hatten ergeben, dass FCM-Fans Schwingungen auf der Nordtribüne der Arena auslösten. Diese lagen über der sogenannten "Panikgrenze", bei der Menschen das Gefühl haben, angesichts tatsächlicher oder angenommener Gefahr fliehen zu müssen.
FCK-Fans bringen Brücke nach Mannheim zum Schwingen
Vor wenigen Wochen erst hatten Fußball-Fans des 1. FC Kaiserslautern vor dem Pokal-Derby zwischen dem FCK und dem SV Waldhof Mannheim die Konrad-Adenauer-Brücke zwischen Mannheim und Ludwigshafen durch gezieltes Springen und Hüpfen ins Wanken gebracht. Der Vorfall am 16. September verlief glimpflich, hat möglicherweise aber noch ein Nachspiel.
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