DAX +0,36 % 26.393,76 Pkt 16:52:37 MDAX +0,31 % 32.363,63 Pkt 16:52:36 Euro Stoxx 50 -0,02 % 6.538,06 Pkt 16:52:30 Dow Jones -0,61 % 53.511,86 Pkt 17:07:28 S&P 500 -0,30 % 7.775,93 Pkt 17:07:36 Nasdaq -0,11 % 26.774,05 Pkt 17:07:35 Nikkei +0,74 % 69.220,25 Pkt 08:45:03 Gold +0,78 % 4.472,10 USD 16:57:32 Silber +1,85 % 66,31 USD 16:57:34 Brent -0,02 % 88,50 USD 16:57:17 WTI -0,28 % 82,17 USD 16:57:37 Bitcoin +1,71 % 63.892,34 USD 17:07:35 EUR/USD +0,45 % 1,15870 USD 17:06:55 EUR/GBP -0,02 % 0,85470 GBP 17:07:37 EUR/CHF -0,13 % 0,93780 CHF 17:07:31 EUR/JPY +0,37 % 184,561 JPY 17:07:37

Zu viel Vitamin B12: Ist eine Überdosierung schädlich? Ärztin warnt vor Risken

Gesundheit

Vitamin B12 sollte mit Präparaten ergänzt werden, wenn Risikofaktoren für einen Mangel bestehen. Zwar kann der Körper überschüssiges Vitamin B12 ausscheiden. Dennoch kann es zu einer Überdosierung kommen. Untersuchungen geben Hinweise darauf, dass eine Überschreitung der empfohlenen Tagesdosis langfristig gesundheitliche Risiken bergen kann. Je mehr, desto besser: Bei Vitaminen scheinen viele Menschen nach diesem Credo zu verfahren. Zahlen der Online-Plattform Statista zufolge nehmen 61 Prozent der Befragten zusätzlich zu ihrer Ernährung Vitamine ein. Doch mit Ausnahme von Vitamin D sind Nahrungsergänzungsmittel für gesunde Menschen mit einer ausgewogenen Ernährung meistens überflüssig. In manchen Fällen kann es sogar gefährlich sein, den Körper mit Nährstoffen zu versorgen, die er nicht braucht. So kann etwa zu viel Vitamin A den Hirndruck steigern und eine Vitamin-D-Überdosierung Herz-Kreislauf-Probleme auslösen. Auch eine Überdosierung mit Vitamin B12 kann ernste Folgen haben: Einer Studie zufolge sollten sich vor allem Raucher an die empfohlenen Tagesmengen halten. Vitamin-B12-Mangel entwickelt sich meist erst nach Jahren Vitamin B12 (Cobalamin) wirkt an vielen wichtigen Prozessen im Körper mit, etwa am Fettstoffwechsel, an der DNA-Bildung und an der Regeneration der Nervenzellen. Außerdem reguliert es den Homocystein-Spiegel. Die Aminosäure kommt natürlich im Körper vor und dient als Baustein für die Proteinbildung. Fehlt dem Körper Vitamin B12, steigt der Homocystein-Gehalt im Blut, was mit Arterienverkalkung, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz einhergehen kann. Ein langanhaltender Mangel an Cobalamin kann aber auch bleibende Nervenschäden hervorrufen. Die Cobalamin-Depots sind so groß, dass ein Mangel erst nach langer Zeit entsteht. Bis sich die körpereigenen Reserven leeren, können einige Monate oder Jahre vergehen. Vitamin B12 sollte daher nur eingenommen werden, wenn ein Mangel ärztlich festgestellt wurde. Besonders Veganern wird geraten, ihren Vitamin-B12-Spiegel regelmäßig messen zu lassen. Da Vitamin B12 ausschließlich in tierischen Lebensmitteln enthalten ist. Auch wenn die Nährstoffaufnahme im Darm gestört ist, etwa durch ein höheres Lebensalter oder chronische Magen-Darm-Erkrankungen, droht ein Mangel. Um eine Unterversorgung auszugleichen, müssen Betroffene ein Vitamin-B12-Präparat einnehmen. Doch wer zu viel davon nimmt, setzt sich gesundheitlichen Gefahren aus. Ist bei Vitamin B12 eine Überdosierung möglich? Einen Vitaminüberschuss oder eine Hypervitaminose mit akuten und langfristigen Vergiftungserscheinungen können besonders die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K auslösen. Sie reichern sich in der Leber und im Fettgewebe an. Bei wasserlöslichen Vitaminen, zu denen auch Vitamin B12 zählt, kommt ein Überschuss nicht so schnell zustande. Der Körper scheidet sie über die Nieren wieder aus, wenn der Bedarf gedeckt ist. Inzwischen weiß man aber, dass auch einige B-Vitamine überdosiert werden können: Nicotinsäure, eine Form von Vitamin B3, kann im Übermaß zu Magen-Darm-Beschwerden und in seltenen Fällen zu Leberschäden führen. Zu viel Vitamin B6 kann die Nerven angreifen und bei Diabetikern den Nieren schaden. Beide Vitamine werden in der Leber gespeichert, so auch Vitamin B12. Lesen Sie auch: Vitamin B12 im Test: Die besten Präparate gegen einen Mangel Der geschätzte Tagesbedarf an Vitamin B12 liegt für Erwachsene bei 4 Mikrogramm (µg). Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel eine Höchstmenge von 25 Mikrogramm Vitamin B12 pro Tagesdosis. Der letzte große Vitamin-B12-Test von „Öko-Test“ zeigt allerdings, dass viele Nahrungsergänzungsmittel weit darüber liegen. Zugleich konnten laut BfR bislang keine negativen gesundheitlichen Auswirkungen feststellen, wenn zu viel Vitamin B12 eingenommen wird. Eine US-Studie ergab, dass Frauen über 60 Jahre keine Beschwerden entwickelten, wenn sie täglich 106 Mikrogramm Vitamin B12 über die Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel zu sich nahmen. Zu viel Vitamin B12: Gesundheitliche Risiken bei Rauchern möglich Dennoch ist eine starke und vor allem dauerhafte Vitamin-B12-Überdosierung nicht zu empfehlen: In einer großangelegten Studie von 2017 kam heraus, dass Männer zwischen 50 und 76 Jahren ein höheres Risiko für Lungenkrebs hatten, wenn sie über mehrere Jahre jeden Tag mehr als 55 Mikrogramm Vitamin B12 zu sich nahmen. Das betraf vor allem Raucher. Über die gesamte Beobachtungszeit der Studie hinweg erkrankten 808 der über 77.000 Probanden an Krebs. Da es sich um eine reine Beobachtungsstudie handelt, könne sie keine Kausalität beweisen, sagt Jutta Hübner, Professorin für Integrative Onkologie aus Jena. Dass die erhöhten Vitamin-B12-Dosierungen tatsächlich die Krebserkrankungen verursacht haben, lasse sich mit dieser Studie nicht mit Sicherheit sagen. Zudem sei der Vitamin-B12-Spiegel der Probanden nicht bestimmt worden. Ob die Studienteilnehmer mit Krebs tatsächlich einen erhöhten B12-Wert aufwiesen, ist daher nicht bekannt. Auch interessant: Vitamin D und Krebs: Experte rät zu wichtigem Bluttest Dennoch stuft Hübner die Studie als aussagekräftig ein: „Ich halte die Daten für einen wichtigen Warnhinweis“, sagt sie. „Eine zusätzliche Zufuhr von Nahrungsergänzungsmitteln kann gefährlich sein.“ Zumal noch mehr wissenschaftliche Untersuchungen in dieselbe Richtung weisen würden: „Deshalb sehe ich auch die Werbung für Aufbaukuren und die Unsitte, bei Erschöpfung einfach Vitamin B12 einzunehmen, sehr kritisch“, so die Expertin. Auch andere Vitamine gelten im Übermaß als krebsfördernd Vitamin B12 ist nicht der einzige Nährstoff, der bei langanhaltender Überdosierung Tumore dabei helfen können, schneller zu wachsen. Studien vermuten diesen Effekt vor allem bei Antioxidantien, zu denen die Vitamine A, C und E und Spurenelemente wie Selen und Zink gehören. Zellkulturen und Tierversuche ergaben, dass sie die Vermehrungsfähigkeit von bösartig veränderten Zellen fördern und die Bildung von Blutgefäßen in den Tumoren unterstützen können. Antioxidantien haben die Funktion, unsere Zellen vor aggressiven Sauerstoffverbindungen (freie Radikale) zu schützen. Darum werden sie auch als Radikalfänger bezeichnet. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Krebsprävention, denn Zellschäden ebnen den Weg für Tumore. Zu viele Radikalfänger können aber den gleichen Effekt haben. Denn Antioxidantien haben einen blinden Fleck – sie unterscheiden nicht zwischen gesunden und bösartig veränderten Zellen. Letztere können sich somit als Nutznießer von Antioxidantien ungehindert vermehren. Nahrungsergänzungsmittel – ob mit Vitamin B12 oder einem anderen Nährstoff – sollten daher nur nach ärztlichem Rat eingenommen werden. Bei Unklarheiten liefert ein Bluttest Antworten. Wer sich ausgewogen ernährt und kein erhöhtes Risiko für einen Mangel hat, muss Nährstoffe in der Regel nicht ergänzen.

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