DAX +0,15 % 25.410,84 Pkt 18:00:00 MDAX +0,67 % 30.287,68 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,79 % 6.116,23 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,96 % 52.361,58 Pkt 21:43:41 S&P 500 +0,17 % 7.676,77 Pkt 21:43:43 Nasdaq +0,62 % 26.169,38 Pkt 22:15:59 Nikkei -0,80 % 62.189,65 Pkt 07:45:03 Gold -0,18 % 4.031,00 USD 21:59:59 Silber -0,56 % 54,04 USD 21:59:54 Brent -0,42 % 110,27 USD 21:59:57 WTI -0,50 % 101,25 USD 21:59:57 Bitcoin +0,04 % 80.058,08 USD 22:51:46 EUR/USD -0,36 % 1,11810 USD 22:51:42 EUR/GBP +0,05 % 0,83750 GBP 22:51:59 EUR/CHF +0,47 % 0,92430 CHF 22:51:46 EUR/JPY +0,20 % 175,954 JPY 22:51:59

Zuckerberg dreht bei KI-Investitionen weiter auf

Technologie

Die Facebook-Mutter Meta Platforms hat über die Geschäftsentwicklung im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 berichtet. Dabei erzielte der Konzern einen verwässerten Gewinn je Aktie von 3,83 US-Dollar. Ohne eine einmalige Belastung aus einer Vereinbarung zur Beilegung von Rechtsstreitigkeiten hätte der Gewinn je Aktie 7,40 US-Dollar betragen. Damit übertraf Meta die Markterwartungen: Analysten hatten zuvor ein EPS von 6,63 US-Dollar in Aussicht gestellt, nachdem der Gewinn je Aktie vor Jahresfrist noch bei 1,05 US-Dollar gelegen hatte.

Meta übertrifft Umsatzprognosen im dritten Quartal

Der Umsatz belief sich auf 64,60 Milliarden US-Dollar nach 51,24 Milliarden US-Dollar im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der breite Markt hatte dem Techunternehmen zuvor Erlöse von 63,34 Milliarden US-Dollar zugetraut, ein Wert, den Meta überboten hat. Im Jahresvergleich steigerte der Konzern seinen Umsatz damit um 26 Prozent.

Unter dem Strich erzielte Meta einen Nettogewinn von 9,86 Milliarden US-Dollar, nachdem im Vorjahresquartal noch rund 2,71 Milliarden US-Dollar zu Buche gestanden hatten. Das Ergebnis wurde durch eine einmalige Belastung von 9,89 Milliarden US-Dollar im Zusammenhang mit einer Vereinbarung zur Beilegung von Rechtsstreitigkeiten mit 52 US-Generalstaatsanwälten beeinträchtigt.

Meta-Chef boxt neue Aktienstruktur durch

Meta-Chef Mark Zuckerberg hat mit der Drohung eines Wegzugs aus Kalifornien eine neue Aktienstruktur bei dem Facebook-Konzern durchgeboxt. Hintergrund ist eine mögliche einmalige Abgabe von fünf Prozent auf Milliardärsvermögen, die im November von Wählern im US-Bundesstaat beschlossen werden könnte. Um sie zahlen zu können, müsste Zuckerberg Meta-Aktien verkaufen. Er will aber nicht seinen Stimmrechtsanteil von rund 60 Prozent reduzieren, der ihm die Kontrolle über das Unternehmen sichert.

Nach Verhandlungen mit Zuckerberg gibt Meta Aktionären nun neue Aktien ohne Stimmrechte - ein neues Papier pro Anteilsschein. Mit dem Modell kann er bei Bedarf stimmrechtslose Aktien verkaufen, ohne Macht zu verlieren. Zuckerbergs Vermögen wird vom Finanzdienst Bloomberg auf 247 Milliarden Dollar geschätzt - umgerechnet 220 Milliarden Euro.

Drohung mit Hausverkauf

Wie aus einer Meta-Mitteilung hervorgeht, setzte Zuckerberg die Firma mit einer Umzugsdrohung unter Druck. Meta hat das Hauptquartier in Menlo Park im kalifornischen Silicon Valley - und der 42-jährige Gründer gilt als jemand, der aktiv im Tagesgeschäft mitmischt.

Nachdem Zuckerberg bereits im Sommer gewarnt hatte, dass die drohende Milliardärsteuer ihn zum Wegzug aus Kalifornien bewegen könnte, griff er dem Dokument zufolge zu einem Ultimatum. Zuckerberg warnte demnach am 9. September, dass er in vier Tagen sein Haus im benachbarten Palo Alto zum Verkauf stellen werde, wenn es bis dahin keine Einigung gebe.

Ein solcher Schritt hätte der Öffentlichkeit gezeigt, dass Zuckerberg weniger im Meta-Alltag involviert wäre. Nun sagte er zu, mindestens acht Jahre einen Wohnsitz in Kalifornien zu behalten - oder bei einem Umzug der Zentrale im jeweiligen anderen Bundesstaat. Einige Tech-Milliardäre gaben wegen der möglichen Abgabe bereits ihren Wohnsitz in Kalifornien auf.

Hohe KI-Investitionen

Meta betont, zugleich bekomme man mit der geänderten Struktur auch neue Möglichkeiten, die hohen KI-Investitionen zu finanzieren. Der Konzern steckt in diesem Jahr mindestens 135 Milliarden Dollar in den Ausbau seiner KI-Infrastruktur.

Meta hob das untere Ende der Spanne der Prognose erneut um fünf Milliarden Dollar an. Zuckerberg baut Rechenzentren für Künstliche Intelligenz im Wettbewerb mit Vorreitern wie dem ChatGPT-Entwickler OpenAI aggressiv aus. In der Spitze geht Meta nach wie vor von 145 Milliarden Dollar an Investitionen aus.

Zuletzt griffen 3,64 Milliarden Nutzer auf mindestens eine Meta-App zu. Drei Monate zuvor waren es 3,6 Milliarden gewesen. Zum Konzern gehören auch der Chatdienst WhatsApp, die Foto- und Video-Plattform Instagram sowie Threads, eine Alternative zum Twitter-Nachfolger X.

Analyst Doug Anmuth von der Bank JPMorgan sprach in einer ersten Reaktion von guten Geschäftszahlen. Dabei betonte er insbesondere, dass es das erste Quartal gewesen sei, in dem sich die Investitionen in KI-Infrastruktur und -Produkte auszahlten. Er verwies auf die verschiedenen Versionen des neuen persönlichen KI-Agenten Muse, der gut ankomme.

Zudem liege der Umsatzausblick für das Schlussquartal am oberen Ende der Spanne eine Milliarde Dollar über seiner Erwartung, da das Kernwerbegeschäft weiter stark wachse, so der Experte weiter. Die Unternehmensführung kalkuliert für die letzten drei Monate des Jahres mit Erlösen von 73 bis 76 Milliarden Dollar.

JPMorgan-Analyst Anmuth bleibt indes optimistisch und hob sein Kursziel infolge der Quartalszahlen bei einer unveränderten "Overweight"-Einstufung von 920 auf 940 Dollar an.

Milliardenstrafe in New Mexico

Wenige Stunden vor Bekanntgabe der Zahlen wurde bekannt, dass Meta wegen des Jahre zurückliegenden Datenschutz-Skandals um Cambridge Analytica eine Strafe von 25 Milliarden Dollar zahlen soll. Geschworene im Bundesstaat New Mexico hatten entschieden, dass Nutzer mit Blick auf Datenschutz und Redefreiheit von Facebook in die Irre geführt wurden.

Der Richter berechnete in seiner Entscheidung einen Strafbetrag von knapp 219,5 Milliarden Dollar - reduzierte ihn dann aber auf 25 Milliarden. Meta gab sich in einer Reaktion überzeugt davon, dass man sich im Berufungsverfahren durchsetzen werde.

Die Meta-Aktie zeigt sich vorbörslich an der NASDAQ mit einem Abschlag von 2,98 Prozent auf 676,75 US-Dollar.

Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX

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