ZUE steht offenbar vor der Schließung - Bundeswehr plant eine Kaserne in Soest
Soester Anzeiger Lokales Soest ZUE steht offenbar vor der Schließung – Bundeswehr plant eine Kaserne in Soest Von: Daniel Schröder Uns auf Google folgen Die Hinweise verdichten sich, dass die Kanaal-van-Wessem-Kaserne am Hiddingser Weg bald neuer Bundeswehrstandort werden könnte. Soest – Die Tage der ZUE Soest sind offenbar gezählt. Statt der Unterbringung von Flüchtlingen könnte es am Hiddingser Weg bald heißen: stillgestanden! Aus der ehemaligen wird aller Voraussicht nach eine neue Kaserne der Bundeswehr. Eine Sprecherin im Bundesverteidigungsministerium bestätigt gegenüber unserer Redaktion, dass die Bundeswehr bundesweit auf der Suche nach neuen Liegenschaften ist. Die Kanaal-van-Wessem-Kaserne am Hiddingser Weg, die vom Land NRW aktuell noch als Zentrale Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge genutzt wird, steht dabei im Fokus. Ihr Name steht auf einer Liste von acht Standorten, die bereits in der Vergangenheit militärisch genutzt wurden und sich für eine künftige Nutzung durch die Bundeswehr „besonders gut eignen“ würden. Neben Soest steht nur ein weiterer Standort in Nordrhein-Westfalen auf der Liste: das ehemalige NATO-Hauptquartier mit dem Wegberger Militärkomplex als Standortübungsplatz in Mönchengladbach. Weitere Kasernenstandorte liegen in Boostedt, Cuxhaven, Speyer, Kusel und Sigmaringen. Auch ein alter US-Übungsplatz in Friedberg ist auf der Liste. Seit Oktober 2025 hat die Bundeswehr mehr als 50 Liegenschaften „erkundet und bewertet“. Es soll möglichst schnell gehen Die „Schaffung von Kapazitäten für den Neuen Wehrdienst“ bezeichnet das Verteidigungsministerium als „besonders zeitkritisch“ – heißt: Es muss so schnell gehen wie möglich. Durch den Kasernen-Turbo, der wohl für eine Truppenstationierung in Soest sorgen wird, will die Bundeswehr ihren Kernauftrag – die Landes- und Bündnisverteidigung – „wieder erfüllen können“. Dafür müsse die Bundeswehr „weiter wachsen“. Bis 2035 soll sie über mindestens 260 000 Zeit- und Berufssoldaten und 200 000 Reservisten verfügen. Am 31. Januar 2026 umfasste das aktive Personal der Bundeswehr rund 186 400 Soldaten. Für den „Aufwuchs der Streitkräfte“ braucht es Platz. „Der Bedarf an Flächen und Infrastruktur übersteigt weit den gegenwärtigen Bestand der Bundeswehr.“ Die acht Standorte, zu denen das Kasernengelände in Soest zählt, befinden sich derzeit noch im Portfolio der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. „Vor einer Entscheidung für die militärische Reaktivierung der Liegenschaften werden Standortdialoge stattfinden“, heißt es aus dem Verteidigungsministerium. In diesen Dialogen solle es darum gehen, „die Interessen vor Ort in die Planungen einzubeziehen und soweit möglich auch zu berücksichtigen“. Gespräche im Soester Rathaus und erste Besichtigungstermine von Bundeswehr-Vertretern am Hiddingser Weg gab es nach Informationen unserer Redaktionen bereits. CDU-Mann Oliver Pöpsel, der im Bundestag die Interessen des Kreises Soest vertritt, hatte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) auf die Kanaal-van-Wessem-Kaserne aufmerksam gemacht, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Das „Riesengelände“ sei „strategisch wertvoll“. Kurz nach dem ersten Gespräch zwischen Pöpsel und Pistorius wurden am Hiddingser Weg erstmals seit langer Zeit Fahrzeuge der Bundeswehr gesichtet. Sollte Soest wieder eine Kaserne bekommen, wonach im Moment alles aussieht, müssten noch viele Details geklärt werden. Unklar ist etwa noch, wie viele Soldaten in Soest stationiert würden und um welche Art von Truppenstandort es sich handeln könnte. Die Sprecherin des Verteidigungsministeriums erklärt, dass die Liegenschaftssuche der Bundeswehr voraussichtlich noch „bis Ende des Jahres“ andauere. „Unser Ziel ist es, schnellstmöglich Klarheit für die betroffenen Kommunen zu schaffen“, heißt es in einem Sachstandsbericht aus dem Ministerium. Die Stadt Soest habe „ein großes Interesse daran, mit dem Kasernengelände neuer Bundeswehr-Standort zu werden“, sagt in einer ersten Reaktion Bürgermeister Marcus Schiffer, „weil wir darin viel positives Entwicklungspotenzial für Soest sehen.“ Das Rathaus stehe schon lange im Kontakt mit dem Ministerium. „Ich begrüße es persönlich auch sehr, dass nun in Abstimmung mit Land und Kommune Standortdialoge stattfinden sollen.“ Soest werde sich sehr aktiv und konstruktiv beteiligen. Schiffer: „Unser Ziel ist es, dass auch die abschließende Entscheidung positiv für Soest fällt.