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Zugspitze: Betreiber drohen mit Anzeige wegen Stickern am Gipfelkreuz

Nation

Dazu ist ein Bild von zwei Männern in dunkler Kleidung zu sehen. Einer klebt gerade einen Sticker an das Gipfelkreuz von Deutschlands höchstem Berg (2962 Meter), der andere hält mit seinem Smartphone drauf.

Was die beiden offenbar nicht ahnen: Sie wurden dabei beobachtet – und fotografiert.

»Oida, euer Ernst?! 😠«, heißt es in dem Post, wobei der bayerische Ausdruck »Oida« in diesem Fall für den wütenden Ausruf »Alter!« steht. »Das Bekleben des Gipfelkreuzes ist kein harmloser Spaß, sondern Sachbeschädigung und eine Straftat.« Wenn sich die Verantwortlichen nicht meldeten, würden die Aufnahmen zur Anzeige weitergegeben.

Die Wut der Zugspitzbetreiber resultiert aus den hohen Ausgaben, die sie jüngst auf sich genommen haben: Erst Ende 2025 war das goldene Gipfelkreuz aufwendig restauriert worden – weil zu viele Sticker an ihm klebten. Ein Helikopter flog das 300 Kilogramm schwere, 4,88 Meter hohe Kreuz von 2962 Meter Höhe ins Tal. Dort wurde es von Aufklebern befreit und mit 27 Gramm Blattgold neu überzogen. Laut Medienberichten hat die Restaurierung mehrere Tausend Euro gekostet.

Der Sticker-Elan der Touristinnen und Touristen war am Gipfelkreuz zuletzt eskaliert. Hunderte Sticker klebten vor der Säuberung in mehreren Lagen an dem Kreuz. Besonders ambitionierte Besucher kletterten sogar an dem Wahrzeichen hinauf, um ihre Sticker anzubringen. Und brachten sich dabei in Gefahr.

»Wir wollen den beiden Männern nun erst einmal eine Chance geben, sich bei uns zu melden, bevor wir uns an die Polizei wenden«, sagte eine Sprecherin der Bayerischen Zugspitzbahn dem SPIEGEL. Was dann passiere, müsse man sehen.

Der Vorfall sei im August zufällig von Mitarbeitenden der Zugspitze beobachtet und fotografiert worden. »Seit der Restaurierung hat es das ein paar Mal gegeben, wir bekommen das natürlich nicht immer mit«, sagte sie. »Aber wir wollten nun einmal deutlich machen, dass es auch Konsequenzen hat, wenn jemand weiterhin stickert.«

»Ey, hier geht’s um eure eigene Sicherheit!«

Und nicht nur das Kreuz wird an der Zugspitze beklebt. Auf Warnschildern an den Aufstiegsrouten zur Zugspitze sei etwa die Telefonnummer für wichtige Infos zu Schneefeldsprengungen zugeklebt worden, heißt es im aktuellen Post. »Und das nur wenige Monate, nachdem das Schild erneut mühsam freigekratzt wurde. Ey, hier geht’s um eure eigene Sicherheit!«

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