Zugunfall bei Fridolfing: Regionalzug kollidiert mit Baum
chiemgau24-de
Chiemgau
Rupertiwinkel
Fridolfing
Zug prallt bei Fridolfing gegen Baum – weiterer Regionalzug in Bayern ebenfalls verunglückt
Von: Martin Weidner, Felix Graf
Fridolfing – Nur durch eine glückliche Verkettung von Umständen ist am Mittwochnachmittag (16. September) gegen 16.40 Uhr auf der Bahnstrecke Freilassing–Mühldorf offenbar ein schwerer Zugunfall verhindert worden. In Bayern gab es außerdem noch einen weiteren Unfall.
Update, 17. September, 5.35 Uhr – Zweiter Unfall in Bayern
Es gab am Mittwoch (16. September) in Bayern noch einen zweiten Unfall mit einem Regionalzug – und zwar gegen 22 Uhr auf der Bahnstrecke zwischen Sulzbach-Rosenberg und Amberg. Bei Poppenricht (Oberpfalz) war ein Zug mit 35 Fahrgästen an Bord ebenfalls gegen einen umgestürzten Baum geprallt. Die Fahrgäste blieben unverletzt, die Lokführerin erlitt einen Schock, wie ein Sprecher der Bundespolizei in der Nacht sagte.
Der entwurzelte Baum habe auf den Gleisen gelegen, mehrere massive Äste hätten sich unter dem Zug verkeilt, schilderte der Sprecher. Nachdem der Zug „notdürftig“ repariert worden sei, habe er seine Fahrt mit den Fahrgästen an Bord bis zum Bahnhof Amberg fortsetzen können. Nähere Informationen lagen zunächst nicht vor.
Die Erstmeldung:
Ein Regionalzug mit rund 40 Fahrgästen an Bord prallte auf Höhe Götzing im Gemeindegebiet Fridolfing gegen einen umgestürzten Baum, der nach einem starken Unwetter quer auf den Gleisen lag. Verletzt wurde wie durch ein Wunder niemand. Der Zeuge Hans Lamminger hatte den massiven Baum auf der Bahnstrecke entdeckt und umgehend die Polizei verständigt. Noch bevor Einsatzkräfte die Gefahrenstelle absichern konnten, näherte sich jedoch ein Personenzug, der in Richtung Mühldorf unterwegs war.
Nach ersten Erkenntnissen bemerkte der Triebfahrzeugführer das Hindernis erst im letzten Moment. Der Zug kollidierte mit einer Geschwindigkeit von über 100 Kilometern pro Stunde mit dem querliegenden Baum. Durch die enorme Wucht des Aufpralls wurde der Triebwagen aus den Schienen gehoben und drohte während der Fahrt umzustürzen. Erst etwa 200 Meter nach der Kollision erreichte der Zug eine Weiche. Dort gelang es dem Fahrzeug offenbar, wieder in das Gleis zurückzufinden. Dadurch konnte ein mögliches Umkippen des Triebwagens und damit eine folgenschwere Katastrophe verhindert werden. Trotz des glimpflichen Ausgangs entstand erheblicher Sachschaden.
Schwere Schäden an der Strecke und Evakuierung durch die Feuerwehr
Nach Angaben der Einsatzkräfte wurden sowohl der Triebwagen als auch die Bahnanlagen schwerbeschädigt. Auf einer Länge von rund 400 Metern wurden Gleiskomponenten beschädigt, Schraubverbindungen herausgerissen und das Gleisbett erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Die Bahnstrecke zwischen Freilassing und Mühldorf musste daraufhin gesperrt werden. Wie lange die Sperrung andauern wird, war zunächst nicht bekannt. Die Freiwillige Feuerwehr Fridolfing war mit rund 25 Einsatzkräften vor Ort. Sie unterstützte insbesondere bei der Evakuierung der Fahrgäste aus dem beschädigten Zug. Der Rettungsdienst stand vorsorglich bereit, musste jedoch nicht eingreifen.