Zugunglück mit 44 Verletzten: Polizei in Frankreich geht von Sabotage aus
Schock in Frankreich: Nach einem Zugunglück mit mehr als 40 Verletzten im Nordwesten des Landes dauern die Ermittlungen zur Ursache an. Auch am Morgen danach gab es weiterhin keine offiziellen Angaben dazu, wie der Regionalzug mit 186 Passagieren auf der Strecke zwischen Rouen und Caen entgleisen konnte. Eine 18-Jährige soll sich „in einem kritischen Zustand“ befinden.
Französische Medien berichteten unter Berufung auf Polizeikreise jedoch, dass derzeit der Verdacht einer vorsätzlichen Tat verfolgt werde. Auf der Strecke wurde demnach ein Stück Schiene gefunden. Auch die Agentur AFP berichtete, dass die Ermittler deswegen von Sabotage ausgehen. Der Lokführer wurde demnach auf Drogen- und Alkoholkonsum überprüft; die Tests fielen negativ aus.
Laut dem Fernsehsender BFMTV wird vermutet, dass der Zug am Freitagabend gegen 19.30 Uhr mit einem bislang unbekannten Gegenstand kollidiert sei, woraufhin fünf Waggons aus den Schienen sprangen und einer davon umkippte.
Ein Passagier des Zugunglücks schilderte dem Sender die dramatischen Sekunden vor und nach dem Unfall: Erst habe es sich angefühlt wie eine Notbremsung, dann sei der Zug durchgerüttelt worden, weil er nicht mehr auf dem Gleis fuhr, sondern über Schotter rumpelte. „Unser Fenster ist geborsten, Qualm stieg auf und Koffer flogen umher“, berichtete der Mann namens Vincent.
„Dann haben wir den anderen Waggon an unserem Fenster vorbeirauschen sehen.“ Nach dem Unfall waren die Passagiere nach seinen Worten zunächst auf sich allein gestellt und hätten eine Tür aufgebrochen, da kein Zugpersonal zu sehen gewesen sei.
Die Rettungskräfte rückten mit einem Großaufgebot zum Unfallort aus. Mehr als 130 Feuerwehrleute, 50 Polizisten und 80 Fahrzeuge seien im Einsatz gewesen, hieß es in französischen Medienberichten. (dpa, AFP)