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Zuschauer entsetzt: Deutsche YouTuber quälen Miet-Elefanten im Livestream

Nation

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Ziegendorf (Mecklenburg-Vorpommern) – Für ein paar Tausend Klicks ist ihnen alles andere egal! Die deutschen Social-Media-Stars Semih Jackson (23) und Jordan Almani (23) haben einen Elefanten in eine völlig beengte Kulisse verfrachtet und ihn vor laufender Kamera minutenlang gedemütigt.

Nach einem Livestream auf Twitch wurde am Donnerstag ein etwa 15 Minuten langes Video davon auf YouTube veröffentlicht, woraufhin sich Dutzende Abonnenten empörten und den Männern Quälerei vorwarfen. Mehrere Tierschutzorganisationen kritisieren die Streamer scharf.

YouTuber sprangen und tanzten vor dem Tier

Als der Elefant in den kleinen, dunklen Raum gebracht wurde, fingen die Influencer laut an zu singen – dabei wurde ihnen nur eine Minute zuvor ausdrücklich erklärt, man müsse unbedingt ruhig sein, um das Tier nicht zu stressen. Danach tanzten und sprangen sie immer wieder vor dem Riesen umher, teils mit Musik aus dem Smartphone, während dieser Kunststücke wie „Platz“ oder das Anheben des Rüssels auf Kommando vorführen musste.

Zur Erinnerung: Elefanten gehören zu den sozial intelligentesten und sensibelsten Tieren der Welt. Dass sich weder Semih Jackson noch Jordan Almani je mit ihnen beschäftigt haben, offenbarten Sätze wie: „Der gehört zu den Dinosaurierarten“ oder „Stehen wir auf der Speisekarte?“ Am Ende wollten sie sogar noch wissen, was Elfenbein kostet – die illegal verkauften Stoßzähne, für die Wilderer die Tiere im 20. Jahrhundert beinahe ausgerottet hätten.

So kamen sie an den echten Elefanten

Doch wo hatten die ahnungslosen YouTuber überhaupt einen Elefanten her? Nach BILD-Recherchen wurde der mittlerweile gelöschte Clip auf dem Elefantenhof Platschow in Ziegendorf südlich von Schwerin ( Mecklenburg-Vorpommern ) gedreht. Chef Sonni Frankello (67) bestätigt: „Ja, das ist unsere 40-jährige Citta. Die Jungs wollten, dass ich sie nach Dortmund fahre, aber das ist zu weit.“

Influencer zahlten 3500 Euro für Elefanten

Etwa 500 Kilometer sollte das Tier also quer durch Deutschland gekarrt werden, wenn es nach den Streamern gegangen wäre. Sie erzählten ihren Fans dennoch, die Aufnahmen seien in ihrem Studio entstanden. Tatsächlich wurde dieses auf dem Elefantenhof nur nachgebaut. In einem Instagram-Video zeigte Sonni Frankello am Freitag die Kulisse aus schwarzen Spanplatten, die noch in seiner Halle steht: „Hier habe ich den Elefanten hingestellt, dann haben wir mit dem Kopf gewackelt und Kleinigkeiten gemacht“, erklärte er dazu.

Eine weitere Lüge der YouTuber: Zu Beginn ihres Videos wird erklärt, es handele sich nicht um einen Zirkus-Elefanten. Dabei trat Citta jahrelang bei der Familie Frankello in der Manege auf, unter anderem für den Zirkus Krone. Die Zirkus-Dynastie betreut heute den Elefantenhof. Noch immer führen die Dickhäuter dort täglich Shows vor. Der Auftritt von Citta in dem Video kostete die YouTuber nach Angaben der Frankellos 3500 Euro.

Besitzer: „Unsere Tiere sind dumme Leute gewohnt“

Wie sich Semih Jackson und Jordan Almani gegenüber dem Tier benommen haben, sei anders abgesprochen gewesen. „Sie waren wirklich etwas wild. Aber unsere Elefanten sind ein paar dumme Leute gewohnt. Wenn ich gesehen hätte, dass eine Gefahr droht, hätte ich eingegriffen“, sagte Sonni Frankello zu BILD. Seine Tochter Jennifer Frankello (39) fügt hinzu: „Die beiden wurden vorab lange belehrt. Einmal habe ich auch einen der Influencer an die Schulter gefasst, um ihm zu zeigen, dass er ruhiger werden muss.“

Die Tierschutzorganisation Peta verurteilte die Aktion deutlich: „Dass 2026 noch immer Elefanten ‚vermietet‘ werden, ist ein Armutszeugnis“, erklärte Biologin Dr. Yvonne Würz gegenüber BILD. „Das Verhalten des Tieres ist komplett unnatürlich – Elefanten tanzen nicht. Jedes Kunststück ist mit gewaltvoller Dressur von klein auf auftrainiert worden.“

YouTuber hätten angeblich alles durchdacht

Eine BILD-Anfrage von Donnerstag ließ das Management von Semih Jackson und Jordan Almani unbeantwortet. Dafür folgte am Freitagabend ein Statement auf Instagram: „Den Vorwurf der Tierquälerei weisen wir ausdrücklich zurück. Das Wohl des Tieres lag uns am Herzen“, heißt es. Weiter: „Jordan und Semih lassen in den Streams ihr inneres Kind raus, sind aber definitiv nicht naiv und dumm, wie es den Anschein macht. Hinter den Kulissen steckt harte Arbeit und tägliche Gedankengänge in durchdachter Planung.“ Die Kommentarfunktion unter dem Beitrag wurde ausgeschaltet.

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