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Zwei große Reifentests zeigen deutliche Gewinner - und Verlierer

Wirtschaft

Der ADAC nimmt 32 Winterreifen unter die Lupe, ein zweiter Test widmet sich Ganzjahresmodellen. Bei beiden Prüfungen zeigen sich klare Favoriten – aber auch deutliche Verlierer.

Wer aktuell für die kommende Saison neue Winterreifen braucht, hat die Qual der Wahl. Viele Modelle sind auf dem Markt. Welche wirklich was taugen, testete aktuell der ADAC in zwei Reifengrößen.

Nur wenige Winterreifen sind aber "wirklich gut." Zu diesem Ergebnis kommt der Club, nachdem er 32 Reifenmodelle aus zwei verschiedenen Reifengrößen auf Herz und Nieren prüfte: Eine Größe (185/65 R15) dreht sich besonders oft bei Kleinwagen und die zweite (225/50 R17) passt zu vielen Autos aus der Mittelklasse. Die Modelle mussten Fahr- und Bremsprüfungen auf trockener, nasser, sowie schnee- und eisbedeckter Fahrbahn über sich ergehen lassen. Auch wurden Umweltfaktoren wie die erwartbare Laufleistung, der Reifenabrieb und die Effizienz berücksichtigt.

Bei den Reifen für Kleinwagen sind nur zwei Modelle "gut"

Bei den Kleinwagen waren 16 Modelle von rund 46 bis 80 Euro pro Stück angetreten. Doch über die Hälfte der Kandidaten kann der ADAC nicht empfehlen.

So haben hier nur zwei mit "gut" abgeschnitten und fünf mit "befriedigend".

Dagegen sind neun Reifen nicht zu empfehlen - so schneiden sechs "ausreichend" ab (darunter das zweitbilligste Modell).

Drei, darunter auch das billigste Modell, sind nur "mangelhaft" aufgrund von Schwächen in der Fahrsicherheit.

Bei den ADAC-Testern entstand der Eindruck, "dass kleineren Dimensionen nicht die höchste Priorität bei der Entwicklung eingeräumt wird", wie es der Club online formuliert. So zeigte gut ein Drittel der Reifen "bei milderen Temperaturen Schwächen in Sachen Fahrsicherheit auf trockener Fahrbahn".

Anders bei den beiden guten Modellen:

Testsieger wird der "Continental WinterContact TS 870" für rund 80 Euro. Er könne rundum überzeugen und lasse sich auf Trockenheit präzise fahren, habe selbst auf Nässe "hohe Reserven" und mache auch auf Schnee "eine gute Figur"

Auch "gut" ist der zweitplatzierte "Michelin Alpin 7" für ebenfalls rund 80 Euro. Er sei "genauso uneingeschränkt empfehlenswert, obwohl er im direkten Vergleich mit dem Conti in allen Disziplinen stets etwas dahinterliegt".

Auch bei den größeren Modellen schaffen es sechs Reifen nicht

Beim Blick auf die Ergebnisse bei den 16 Modellen für 61 bis 165 Euro der größeren Dimension 225/50 R17 kann sich die Miene zunächst etwas aufhellen.

Hier sind gleich vier Modelle "gut". Sechs Modelle erreichen ein "befriedigend". Doch konnten die Tester gleich sechsmal auch das Urteil "mangelhaft" vergeben. Allen davon gemein ist die mangelnde Ausgewogenheit: "In mindestens einer Fahrkategorie sind die Leistungen der Reifen so schlecht, dass sie als sicherheitsrelevant einzustufen sind." Die Preise reichten bei diesen Modellen von 61 bis 116 Euro.

Sechs Modelle erreichen ein "befriedigend":

An der Spitze steht der "Pirelli Cinturato Winter 3" für 149 Euro. Besonders auf nasser Straße ermittelten die Tester "eine starke Performance" die nicht weit von der Bestnote "sehr gut" entfernt war.

Knapper Verfolger ist der "Continental WinterContact TS 870" für 150 Euro.

Ebenfalls "gut" sind der "Goodyear UltraGrip Performance 3" für 148 Euro und der "Michelin Alpin 7" für 165 Euro.

Und welche Ganzjahresreifen haben die Nase vorn?

Doch nicht nur wer neue Winterreifen kaufen möchte, hat eine große Auswahl, auch bei Ganzjahresreifen ist das mittlerweile der Fall. Tests spielen bei der Entscheidung daher auch hier eine wichtige Rolle. Die Reifen müssen den Spagat zwischen zwei Jahreszeiten mit zwei völlig unterschiedlichen Anforderungen schaffen. Ob das ausreichend gelingt, wollte auch ein Gemeinschaftstest von "Auto Zeitung", Automobil-Club Verkehr (ACV), Auto-, Motor- und Radfahrerbund Österreich (ARBÖ) sowie der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) feststellen.

Reifen müssen im Sommer und Winter eine gute Figur machen

Die Tester nahmen Modelle in der Dimension 245/45 R17 unter die Lupe, wie sie sich oft etwa an Modellen der Kompaktklasse drehen. Im Fokus der Tester lagen insgesamt zehn Reifensätze von 325 bis 525 Euro pro Satz. "Die Anforderungen sind hoch: Die Reifen müssen bei sommerlichen Temperaturen ebenso überzeugen wie bei Regen und auf Schnee", so der ACV.

Ganzjahresreifen sind nicht wie reine Winterreifen nur für niedrige Temperaturen und Schnee spezialisiert. Moderne Modelle erreichen "inzwischen auf Schnee ein hohes Leistungsniveau", so die GTÜ. Doch gleichzeitig bleibe die Anforderung bei hohen Sommertemperaturen eine wesentliche Entwicklungsaufgabe. Denn sie müssen ja auch im Sommer taugen.

Entscheidend sei "das Zusammenspiel der Eigenschaften auf Schnee sowie auf nasser und trockener Fahrbahn" Wie gut gelingt das den einzelnen Kandidaten? Das wollten die Tester wissen und fuhren die Wintertests im nordschwedischen Lappland und die Nass- und Trockentests wurden "im sonnigen Spanien" durchgeführt, so der ACV.

So sehen die Sieger auf dem Treppchen aus

Deutlicher Testsieger ist der "Pirelli Cinturato All Season SF 3" für rund 475 Euro pro Satz. Er ist gleichsam der Preis-Leistungssieger der GTÜ. "Dank guter Schnee-Eigenschaften und Top-Performance bei sommerlichen Bedingungen" hat er die Nase vorn.

Auf dem zweiten Platz liegt der "Continental AllSeasonContact 2" für rund 510 Euro für vier Stück. Der fokussiere "sich zwar stärker auf die Winter-Disziplinen", böte aber dennoch eine "ausgewogene Leistung".

Der Dritte auf dem Treppchen ist für 485 Euro pro Satz der "Goodyear Vector 4Seasons Gen-3". Durch lange Bremswege im Trockenen hat er "eine bessere Bewertung verspielt - ansonsten ein starkes Ergebnis".

Das teuerste Modell kommt auf den vierten Platz. Der "Michelin CrossClimate 3" mit 525 Euro übertrumpfe auf Schnee "so manchen Winterreifen", was allerdings zulasten des Nassgriffs gehe.

Auf die Plätze neun und zehn rollen mit 325 und 425 die zwei günstigsten Sätze im Test. Doch wie der Testsieger zeigt, hängt die Qualität nicht nur am Preis, denn der ist nur 50 Euro pro Satz teurer als das Schlusslicht. Das Ergebnis ist am Ende erfreulich - die ersten sieben Reifen bekommen von der GTÜ die Bewertung "sehr empfehlenswert".

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Ganzjahresreifen bleiben ein Kompromiss – für manche ein tauglicher

Ganzjahresreifen können eine Alternative sein – für alle, die überwiegend in einer Region mit milden Wintern fahren und dann bei extremem Wetter auf das Auto verzichten können, rät der ACV. Wer dagegen oft in schneereichen Regionen fährt oder im Sommer lange Autobahnstrecken bei großer Hitze zurücklegen will, der sollte demnach eher an die jeweiligen Spezialisten für die entsprechende Jahreszeit nachdenken. Und: "Auch ein gut bewerteter Ganzjahresreifen ist nicht für jede Nutzung die beste Wahl", urteilt der ACV. (dpa/bearbeitet von mak)

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