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Zwei neue Arzneistoffe gegen zu hohes Cholesterol in Sicht

Wirtschaft

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur EMA hat Zulassungsempfehlungen für zwei neue Wirkstoffe zur Lipidsenkung ausgesprochen. Indiziert sind sie bei Erwachsenen mit primärer Hypercholesterolämie oder gemischter Dyslipidämie und dürften damit grundsätzlich ein breites Einsatzgebiet haben. Sie können zusätzlich zu einer Diät und jeweils allein oder in Kombination mit anderen lipidsenkenden Therapien verordnet werden. Einer der beiden Neulinge hat auch einen neuen Wirkmechanismus: Obicetrapib hemmt ein Blutprotein namens CETP, das Cholesterolester-Transferprotein. Der Name verrät bereits, dass es am Lipidstoffwechsel beteiligt ist. Es vermittelt den Austausch von Lipiden zwischen proteinreichem HDL und lipidreichem VLDL. Durch die CETP-Hemmung sollen der HDL-Spiegel steigen und die ApoB- und LDL-Spiegel sinken. In zwei randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-III-Studien mit Erwachsenen, die bereits eine maximal tolerierbare Cholesterol-senkende Therapie bekamen, konnte Obicetrapib den LDL-Spiegel stärker senken als Placebo. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Bluthochdruck, Benommenheit, Kopfschmerzen, Durchfall und Bauchschmerzen. Obicetrapib soll in Form von Filmtabletten als Monopräparat (Ubeslo®) sowie in Kombination mit Ezetimib (Evlarco®) mit jeweils 10 mg Wirkstoff auf den Markt kommen, sofern die EU-Kommission grünes Licht gibt. Hersteller sind die Menarini-Gruppe und New Amsterdam Pharma. Die Tabletten können einmal täglich mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. Beim zweiten Arzneistoff handelt es sich um Lerodalcibep (Handelsname Lyrokaul®) von LIB Therapeutics. Lerodalcibep ist ein Fusionsprotein, das an PCSK9 bindet. PCSK9 steht für Proprotein Convertase Subtilisin/Kexin Typ 9. Dieses Protein bindet an LDL-Rezeptoren in der Leber, wodurch vermehrt LDL abgebaut wird. Mit Evolocumab (Repatha®) und Alirocumab (Praluent®) gibt es bereits seit 2015 zwei monoklonale Antikörper, die als PCSK9-Hemmer wirken, sowie seit 2021 das siRNA-Therapeutikum Inclisiran (Leqvio®), das die Bildung von PCSK9 hemmt. Lerodalcibep wirkt ähnlich wie Evolocumab und Alirocumab. In den Phase-III-Studien wurden LDL-Senkungen von etwa 50 Prozent oder mehr erreicht. Lerodalcibep soll als vorgefertigte Injektionsspritze mit 300 mg Wirkstoff auf den Markt kommen und muss nur einmal monatlich angewendet werden. »Die Vorteile von Lyrokaul liegen in seiner Fähigkeit, den LDL-Cholesterolspiegel im Serum bei Patienten zu senken, deren Cholesterol trotz einer maximal verträglichen Dosis von Statinen nicht unter Kontrolle ist oder die keine Statine einnehmen können«, schreibt die EMA. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Reaktionen an der Injektionsstelle.

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