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Zwei Reaktoren, kein Strom: Rumänien fährt einziges AKW wegen Donau-Niedrigwasser herunter

Welt

Die Pegelstände der Donau befinden sich nach geringen Niederschlägen und mehreren Hitzewellen auf historischen Tiefständen. Das ist ein Problem für die Schifffahrt, aber auch für das Atomkraftwerk Cernavoda: ohne Wasser keine Kühlung. Die anhaltende Hitze fährt der rumänischen Atomenergie in die Parade. Wegen des niedrigen Wasserstandes der Donau fährt Rumänien seinen zweiten Atomreaktor herunter. Angesichts der "ungünstigen Entwicklung der hydrologischen Bedingungen" werde Reaktor 2 des AKW Cernavoda ab Donnerstagvormittag heruntergefahren, erklärt das rumänische Energieministerium. Der andere Reaktor von Rumäniens einzigem Atomkraftwerk wurde bereits vor einigen Tagen heruntergefahren. Medienberichten zufolge ist es das erste Mal, dass beide Reaktoren wegen Niedrigwasser nicht genutzt werden können. Zusammen decken sie ungefähr ein Fünftel des rumänischen Stromverbrauchs. Das Atomkraftwerk benötigt das Wasser der Donau zum Kühlen. Der Wasserstand der Donau ist unter anderem wegen geringer Niederschläge und mehrerer Hitzewellen auf historische Tiefstände gesunken. Auch Ungarn musste deswegen die Produktion von Atomstrom herunterfahren. Die niedrigen Pegelstände sind auch ein Problem für die Schifffahrt. Cernavoda ist das einzige Atomkraftwerk in Rumänien. Es waren ursprünglich fünf Kraftwerksblöcke geplant, davon sind Block 1 und 2 in Betrieb. Als Kühlwasser wird das Wasser der Donau oder des direkt angrenzenden Donau-Schwarzmeer-Kanals verwendet. Dass Hitze für Atomkraftwerke problematisch werden kann, ist ein wiederkehrendes Phänomen. In Frankreich mussten Mitte Juli wegen der starken Hitze drei Atomreaktoren vorübergehend heruntergefahren und sieben weitere gedrosselt werden. Aufgrund der Wetterbedingungen und zur Einhaltung der Vorschriften für die Ableitung von Kühlwasser "und damit zum Schutz der Umwelt" seien Reaktoren in Golfech an der Garonne, in Bugey an der Rhône sowie in Chooz an der Meuse abgeschaltet worden, teilte der Kraftwerksbetreiber EDF mit. Zudem seien jeweils zwei Reaktoren in Saint-Alban, in Blayais und Bugey sowie einer in Chooz gedrosselt worden. Frankreich verfügt über 57 Atomreaktoren, die rund 70 Prozent des Stroms produzieren. Alle befinden sich an Flüssen oder am Meer, nutzen das Wasser zur Kühlung der Reaktoren und leiten es erwärmt in den Fluss oder ins Meer zurück. Mit den Maßnahmen soll verhindert werden, dass während der aktuellen Hitzewelle zu viel warmes Kühlwasser in die ohnehin wärmer werdenden Flüsse abgeleitet wird.

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