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„Zwei Tage vor der Auslöschung“: Trump stellt bizarre These zu Deutschlands Untergang durch die Energiewende auf

Nation

Für den US-Präsidenten könnte es am 3. November knüppeldick kommen. Dann finden in den USA die wichtigen Zwischenwahlen statt. Und für die Republikaner von Donald Trump prognostizieren Umfragen ein Debakel. Trump tourt daher durchs Land, um seine Anhänger zu mobilisieren.

Am Mittwoch trat er in Texas auf, am Samstag war Tennessee an der Reihe. Trump befinde sich im „Durchbeißen-Modus“, berichtet der Sender NBC News unter Berufung auf sein Umfeld.

Und das hat seine Gründe: Nur noch 38 Prozent der Wählerinnen und Wähler sind aktuellen Zahlen des Senders zufolge mit seiner Amtsführung zufrieden, 59 lehnen Trump ab. Und bei dem Versuch, seine Wählerschaft, die auch durch massiv gestiegene Preise unter anderem für Sprit verärgert ist, an die Urnen und den Republikanern Stimmen zu bringen, tritt der 80-Jährige gewohnt wie ein Prediger auf. Seine Behauptungen werden dabei immer kruder.

Beispiel Tennessee: Dort sagte er jetzt in einer mehr als einstündigen Rede einem Bericht der Agentur dpa zufolge, die Energiewende habe Deutschland fast an den Rand des Untergangs gebracht. „Wir wollen keine Windmühlen. (…) Zeigen Sie mir ein Land mit grüner Energie, und ich zeige Ihnen ein bankrottes Land. Sie wissen ja, Deutschland hat es versucht. Sie waren ungefähr zwei Tage von der Auslöschung entfernt.“

Auch den deutschen Nachbarn Frankreich attackierte der Republikaner. Der französische Präsident Emmanuel Macron sei „eigentlich ein netter Typ“, sagte Trump weiter. Zugleich drohte er ihm nach eigenen Angaben in einem Telefonat mit zusätzlichen Zöllen von 250 Prozent, sollten französische Pharmaunternehmen ihre Medikamente in den USA nicht zu niedrigeren Preisen anbieten.

„Ich werde einen Zoll von 250 Prozent auf euren verdammten Wein und den ganzen Scheiß erheben, den ihr uns schickt. Ich werde einen Zoll von 250 Prozent auf euren Wein, euren Champagner und alles erheben, was ihr uns schickt, Emmanuel.“

Trump äußerte sich demnach auch abfällig über den muslimischen Politiker Abdul El-Sayed, der für die Demokraten bei den Senatswahlen antritt. „Ich nenne ihn Muhammad. Jemand sagte, sein Name sei nicht Muhammad, sondern Abdul. (…) Ich bin der Präsident. Ich kann ihn nennen, wie zum Teufel ich will. Für mich ist er Muhammad. Und er ist ein radikaler Dschihadist.“

Ein fast normaler Trump-Auftritt, könnte man meinen. Doch dem Präsidenten schwant offenbar, was ihn Anfang November erwartet. „Wenn wir die Zwischenwahlen nicht gewinnen, werden sie mir die Schuld geben“, sagte Trump.

„Das wisst ihr. Und wenn wir sie gewinnen, werde ich überhaupt keine Anerkennung bekommen. Es stimmt. Ich werde keine bekommen“, sagte er dem Sender zufolge. „Aber ich arbeite mir den Arsch ab“, fügte er hinzu. „Ihr solltet besser hinausgehen und wählen.“

Trump verspricht erneut jedem 5000 Dollar

Dafür erneuerte er dem Bericht zufolge am Ende seiner Rede auch sein Versprechen: „Mit eurer Stimme am 3. November bekommt ihr 5000 Dollar.“

Das ist die Summe, die er jedem Erwachsenen zu schicken verspricht, falls die Republikaner die Zwischenwahlen gewinnen. Der Vorschlag würde über eine Billion US-Dollar kosten, etwa so viel wie der gesamte US‑Verteidigungshaushalt. Das gilt weder politisch noch finanziell als realistisch.

In Tennessee hatte Trump dem Sender zufolge bei der Präsidentschaftswahl 2024 mit 18 Prozentpunkten Vorsprung gewonnen. Und es werde erwartet, dass die Republikaner die Wahlen zum Repräsentantenhaus und zum Senat des Bundesstaates klar gewinnen.

„Diese Leute werden alle gewinnen“, sagte auch Trump, der natürlich selbst nicht auf dem Wahlzettel steht. „Diese Kongressabgeordneten sind phänomenal. Also sage ich: ‚Was zum Teufel mache ich in Tennessee?‘“

Nicht alle wollen sich offenbar darauf verlassen: Der republikanische Abgeordnete Tim Burchett aus Tennessee nahm in einem Interview vor dem Trump-Auftritt die Antwort vorweg: „Das mobilisiert die Basis. Und genau das müssen wir bei einer Zwischenwahl sehen. Das braucht man: die Basis.“

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