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Zwillinge auf E-Scooter getötet: Raser muss nur 3 Jahre ins Gefängnis

Nation

+++Klopp legt sich fest: Sané-Entscheidung bei der Nationalelf gefallen

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Frankfurt/Main – Die Zwillingsbrüder Duy Quang und Quang Minh N. (23) besuchten mit einem Freund ein Konzert in Frankfurt. Jetzt sind die Brüder tot, der Überlebende verstümmelt. Ein Raser (24) hatte die Jungs auf ihren E-Scootern überfahren. Doch er kommt mit nur drei Jahren Haft davon. Als die Richterin das Urteil verkündete, brach die Mutter der Zwillinge in Tränen aus.

Mohammad S. raste am 6. Juli 2025 gegen 2.30 Uhr mit dem Toyota Corolla seines Vaters durch Frankfurt, begleitet von drei Freunden, mit denen er am Ufer des Mains zuvor Lachgas inhaliert hatte. An der Mainzer Landstraße erfasste der Syrer auf dem Radweg die Zwillinge auf einem E‑Scooter. Sie wurden 30 Meter durch die Luft geschleudert. Mohammad S. soll laut Gutachter mit bis zu Tempo 87 statt der erlaubten 50 km/h unterwegs gewesen sein.

Er verlor bei Unfall ein Bein, seine Freunde starben

„Mit gleichbleibender, überhöhter Geschwindigkeit“, so die Anklage, erfasste er ihren sechs Meter vor ihnen fahrenden Freund Hieu Trung H. (28). Sein Kopf durchschlug die Windschutzscheibe, er wurde laut Anklage 70 Meter mitgeschleift, verlor bei dem Unfall ein Bein . Am Mittwoch erschien er erstmals vor Gericht, um auszusagen. Im Rollstuhl, die Hände gefaltet. Mit zitternder Stimme erzählt er, dass er in Deutschland war, um eine Ausbildung zum Krankenpfleger zu absolvieren. Die Zwillinge hat er bereits in Vietnam bei einem Deutschkurs kennengelernt.

„Schlimmer war der Schmerz über Tod meiner Freunde“

Der Angeklagte schickte Hieu H. einen Entschuldigungsbrief. Er akzeptierte diese Entschuldigung zwar, konnte Mohammad S. während seiner Aussage aber nicht in die Augen sehen. Er bat darum, dass er im Saal umgesetzt wird. „Ich kann mich an den Unfall nicht mehr erinnern. Ich war fast zwei Monate im Koma, dann kamen erst die Erinnerungen zurück. Als ich wach war, dachte ich, die zwei anderen wären noch am Leben. Plötzlich spürte ich, dass ich ein Bein verloren hatte, und ich hatte Schmerzen, die niemand im Leben haben wollte. Aber noch schlimmer waren die Schmerzen über den Tod meiner Freunde.“

350.000 Euro Schmerzensgeld für Leben im Rollstuhl

Der Unfall veränderte Hieu: „Früher war ich ein Mensch, der gerne geredet hat. Jetzt möchte ich kaum noch reden. Ich bin immer müde und schlafe meistens.“ Seine Mutter zog nach Deutschland, um ihn zu pflegen. Das Gericht verurteilte Mohammad S. wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und versuchten Mordes zu drei Jahren Gefängnis. Die Richter verpflichteten ihn außerdem, 350.000 Euro Schmerzensgeld an den Überlebenden zu zahlen – plus 5 Prozent Zinsen.

Wie Richterin Anke Wagner erklärte, sieht die Kammer beim Angeklagten Reue und Verzweiflung. „Es war für uns eine schwere Aufgabe, ein gerechtes Urteil zu finden“, so die Richterin. „Er hat mehrfach deutlich gemacht, wie gerne er alles ungeschehen machen würde.“

Staatsanwalt forderte 8 Jahre Haft

Die Staatsanwaltschaft hatte die Tat im Plädoyer als fahrlässige Tötung gewertet und eine Freiheitsstrafe von acht Jahren gefordert. Die Verteidigung plädierte lediglich auf zwei Jahre Haft auf Bewährung wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Unfallflucht.

Die Überwachungsvideos, die im Prozess abgespielt wurden, zeigten, wie Mohammad S. nach dem Unfall weiter durch die Stadt raste und dabei ein unter dem Toyota eingeklemmter Elektroroller Funken sprühte – über mehr als einen Kilometer! Ob Staatsanwaltschaft oder Verteidigung Revision gegen das Urteil einlegen, steht noch nicht fest.

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