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Zwischen Russland und Nordkorea: Wozu die erste Straßenbrücke dienen könnte

Welt

Dieser Ausdruck wurde am 28.07.2026 erstellt und ist ausschließlich für den persönlichen Gebrauch lizenziert. Andere Nutzungen verletzen das Urheberrecht Neue Satellitenbilder Welchem Zweck die erste Straßenbrücke zwischen Russland und Nordkorea dienen könnte Eine neue Brücke zementiert die Allianz zwischen Moskau und Pjöngjang. Offiziell soll sie Tourismus und Handel ankurbeln – und dürfte Putins Armee im Krieg gegen die Ukraine mit Nachschub versorgen. 28.07.2026, 14.20 Uhr Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde. War die Zusammenfassung hilfreich? Danke für Ihr Feedback! Die erste Straßenbrücke, die Nordkorea und Russland verbindet, steht offenbar kurz vor der Fertigstellung. Satellitenbilder zeigen die neue Verbindung, die übereinstimmenden Berichten zufolge zu einer wichtigen Handelsroute zwischen den beiden Ländern und zur Gefahr für die Ukraine werden könnte. Die Brücke überspannt den Fluss Tumen zwischen Chassan im russischen Fernen Osten und Tumangang in Nordkorea, einem abgelegenen, dünn besiedelten Grenzgebiet. Hier markiert der Fluss die letzten paar Meilen der Grenze, bevor er die Küste erreicht. Nur wenige Hundert Meter entfernt verläuft die einzige weitere Brücke zwischen den beiden Ländern, eine Eisenbahnverbindung, bekannt als »Freundschaftsbrücke«. Nordkorea hat seinen Teil des Projekts, einschließlich der nötigen Infrastruktur wie Grenzposten, vor der für den 19. Juni geplanten Eröffnung fertiggestellt. Russland ist auf seiner Seite der Grenze offenbar in Verzug geraten, weshalb sich die Eröffnung verschoben hat. Ein neuer Termin wurde noch nicht bekannt gegeben. Keine Kosten und Mühen gescheut Die Vereinbarung zum Bau der Brücke wurde während des Besuchs des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Pjöngjang im Juni 2024 getroffen. Die Gesamtkosten werden laut übereinstimmenden Medienberichten auf über neun Milliarden Rubel (eine Milliarde Euro) geschätzt. Russland und Nordkorea machten kein Geheimnis aus dem Projekt. Sie betonten stets, es diene der Förderung von Handel und Tourismus. Jedoch deutet vieles darauf hin, dass die Brücke primär zum Transport militärischer Güter genutzt werden könne. Victor Cha vom Thinktank Center for Strategic and International Studies (CSIS) betonte auch die Geschwindigkeit, mit der das Projekt aufgezogen wurde. Diese spiegele »das Volumen der Handelsaktivitäten zwischen den beiden Seiten wider«, erklärte er gegenüber der BBC . Dies läge primär an der von Nordkoreas bereitgestellten »Truppen, Waffen, Munition und Arbeitskräften für Putins Krieg in der Ukraine«, so Cha. Transport per Lkw erschwert Satellitenüberwachung Auch eine Untersuchung der ukrainischen Menschenrechtsorganisation »Truth Hounds« kommt zu dem Schluss, dass die Brücke eher dazu dienen werde, militärische Güter besser getarnt zu transportieren, als den Handel anzukurbeln. Nazar Myhun leitete die Recherche und erklärte im »Guardian« , dass es mit Transporten über Straßen viel einfacher sei, der vom Westen genutzten Satellitenüberwachung zu entgehen. Das Straßennetz Russlands und Nordkoreas sei weitaus größer als ihr Schienennetz, was es schwieriger mache, es in seiner Gesamtheit zu überwachen. Zudem könne das Be- und Entladen von Lastwagen viel schneller erfolgen als bei Eisenbahnwaggons, die über einen längeren Zeitraum den Satellitenüberflügen ausgesetzt seien. »Der auf einem Bild erkennbare Waggontyp verrät viel über die Ladung«, erklärte Myhun. »Lkw hingegen sehen auf Satellitenbildern fast immer gleich aus«. Straßengüter könnten zudem überall verladen werden, im Gegensatz zu Zügen, die auf eine Handvoll fester Eisenbahnknotenpunkte angewiesen seien, so Myhun. Das mache sie zu »einem der entscheidenden Faktoren für die Stärke Russlands in diesem Krieg«. Nordkorea hat sich bereits mit mehreren Tausend Soldaten am russischen Angriffskrieg beteiligt. Die Soldaten unterstützten Moskau dabei, von der Ukraine in einer Überraschungsoffensive bei Kursk kontrollierte Gebiete zurückzuerobern. Nach offiziell unbestätigten Schätzungen kamen bei dem Einsatz mindestens 2000 Nordkoreaner ums Leben. Moskau und Pjöngjang verbindet ein Vertrag über strategische Partnerschaft. Die Außenminister beider Länder bekräftigten die enge Partnerschaft ihrer Länder erst vor wenigen Tagen. Mehr über die Soldaten aus Nordkorea, die an der Seite Russlands kämpfen, lesen Sie hier .

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